Langwellenband für Funkamateure

Anfang der 90er Jahre erwachte in Europa das Interesse für Amateurfunk auf Langwelle. Treibende Kräfte waren F9LT und Peter Bobeck, DJ8WL (leider bereits verstorben), der den Bereich systematisch durchmusterte. Das damalige Bundesministerium für Post und Telekommunikation (BMPT) unterstützte dies. Die Konferenz der IARU-Region I empfahl 1996 ein schmales Band bei 136 kHz.

In DL wurden zwei Versuchsgenehmigungen für 135,7 – 137,8 kHz ausgegeben: DA0LF an Peter Bobeck DJ8WL und DA0VLF an Hartmut Büttig DL1VDL. Auf der HAMRADIO 1997 machten sie das erste QSO.

Nach und nach erlaubten die europäischen Länder Amateurfunkverkehr in diesem Bereich, durchweg mit 1 W ERP. Die beiden deutschen Versuchsgenehmigungen liefen 1998 aus.

Seit dem 20. Januar 1999 durften Inhaber der Gehmigungsklasse 1 ohne Sondergenehmigung dort funken, allerdings nur mit 20W HF. Es wurde befürchtet, die Signale könnten den auf 138,8 kHz arbeitenden Rundsteuerdienst stören. Diese Leistungsbeschränkung benachteiligte die deutschen Funkamateure im europäischen Vergleich erheblich. Trotzdem gab es viele interessante QSOs.

Eine kleine Gruppe von Funkamateuren zeigte in einer mit der RegTP (heute: Bundesnetzagentur BNetZA) vereinbarten Untersuchung die Benachteiligung auf, wies aber auch nach, dass bei 1 W ERP Störungen dieses Dienstes voraussichtlich nicht zu erwarten waren. Nachdem sich die RegTP bei drei Funkamateuren vor Ort durch Feldstärkemessungen sowie eigene Laboruntersuchungen von der Richtigkeit dieser Aussagen überzeugt hatte, wurden zunächst 5 Sondergenehmigungen für 1 W ERP ausgegeben. Tatsächlich sind Störungen nie bekannt geworden.

Mit ERP wird die von der Antenne wirklich abgegebene Strahlungsleistung bezeichnet. Leider haben Amateur-übliche Antennen auf LW nur einen Wirkungsgrad von bestenfalls 0,1%. Mit 1 W ERP senden zu dürfen bedeutet also, dass man 1000 W HF erzeugen kann. Mit den vorher erlaubten 2 0W HF konnte man nur 20 mW ERP erzeugen.

Heute dürfen alle Stationen der Klassen 1 und 2 auf Langwelle mit dieser Leistung arbeiten. Die Inhaber der neuen Einsteigerklasse mit beschränktem Zugang zur KW dürfen auf LW nicht arbeiten.