Fernsehen: 5G Broadcast soll DVB-T2 ab 2030 beerben

 

Noch sind die Sendernetze für DVB-T2 HD nicht vollständig ausgebaut, das strebt Deutschland erneut einen Paradigmenwechsel an. Ab 2030 sollen die momentan von DVB-T2 HD genutzten Frequenzen für 5G Broadcast zur Verfügung stehen. Es sei hierbei „unverzichtbar, dass sich der Rundfunk frühzeitig in die Standardisierung von 5G einbringt und die Weichen auch für eine zukünftige Verfügbarkeit für 5G Broadcast stellt“, sagt Helwin Lesch, Leiter Verbreitung und Controlling beim Bayerischen Rundfunk, in einem Gastbeitrag mit dem Magazin „InfoDigital“. Bis 2030 bleiben die Frequenzblöcke für DVB-T2 HD in Betrieb. „Die weiteren Entwicklungen werden zeigen, ob die geschilderten Prämissen von anderen Marktpartnern, namentlich den auf ökonomische Frequenznutzung achtenden Regulieren und dem von zunehmenden Bandbreitenengpässen betroffenen Mobilfunk, geteilt werden“, so Lesch. 

Mit 5G Broadcast soll es primär möglich werden, Fernsehen mobil an eine unbegrenzte Teilnehmerzahl auf Smartphones und Tablets zu übertragen, ohne dass es wie bisher zu Bandbreitenengpässen kommt. Rein theoretisch lässt sich der Standard auch auf anderen Endgeräten wie Fernsehern oder Set-Top-Boxen integrieren, so dass ein Verzicht auf DVB-T2 HD möglich und ein Ersatz durch einen Universalstandard möglich ist. 

Auch wenn sich die Marktteilnehmer noch nicht abschließend dazu geäußert haben, läuft es beim Radio dagegen auf eine langfristige Etablierung von DAB+ als Hörfunkstandard, auch nach 2030, hinaus. 5G Broadcast könnte hier eher eine ergänzende Rolle einnehmen, etwa zur Verbreitung von Visual Radio-Programmen.