1. Mai 1974 Essener Schwarzfunk „Radio City“ schweigt

Ich blicke Zurück. Ja ich habe vor über 40 einem Piratensender betrieben. Ich war Tommy Lypton und war sehr jung. Erst mal einige Berichte aus WAZ ich habe bewusst die Sätze weggelassen die nicht stimmen.

Heute am 1. Mai blicke ich zurück auf das Jahr 1974. Wir befinden uns in einer Zeit, als das Fernsehen noch Testbilder ausstrahlte und die Öffentlich-Rechtlichen das absolute Rundfunkmonopol hatten. Da vermeldet die WAZ, dass „Radio City“, ein Schwarzsender à la „Radio Veronica“, schweigt. Ausgehoben haben ihn die Post und die Kriminalpolizei. Fünf Jugendliche zwischen 17 und 21 Jahren mit schillernden Pseudonymen wie „Rock Chester“ und „Tommy Lipton“ wurden festgenommen, Teile des Senders sichergestellt. Dem Quintett drohten Gefängnisstrafen. Schließlich hatten sie nicht nur den Schwarzfunk betrieben, sondern angeblich auch Abhörgeräte in Telefonzellen installiert. Der Sender war beheimatet in Huttrop und sendete auf der UKW-Frequenz 97,6 Megahertz. In den Osterferien strahlten „Tommy“ und „Rock“ fast jeden Nachmittag drei Stunden Programm für „Teenager“ aus. Die Schwarzfunker gaben auf dem Polizeirevier an, dass der von hoher See funkende Schiffssender „Radio Nordsee“ ihr großes Vorbild gewesen sei.

Sendezentrale im Kinderzimmer

Ortstermin auf der Saarbrücker Straße in Huttrop.  „Kein Scherz, die Sendezentrale von Radio City befand sich in Detlefs Kinderzimmer“, erzählt der Ex-Piratenfunker. Detlef, der begnadete Technikfreak, habe einen Armeesender samt Sennheiser-Mikrofon besorgt „Jeder hat alles gemacht – du warst Moderator, Diskjockey und Programmdirektor in einer Person.“

Zuerst sendeten sie nur stundenweise am Wochenende, doch als die Eltern in die Osterferien verreist waren, ließen sie es in der sturmfreien Bude so richtig rocken. Da funkte Essens erster Piratensender fast rund um die Uhr und versorgte die ganze Stadt mit der fetzigsten Musik im Land. Nun, sehr lange sollte „Radio City“ nicht blühen, die Polizei erwischte sie in flagranti und beschlagnahmte Platten, Tonbänder und Mikrofon samt Sender. 

So nun zu der waren Geschichte vom Piratensender in Essen Huttrop. Ich war 14 Jahre und man traf sich auf den nahe legende Spielplatz. Es gab schon Kofferradios aber ohne Kassettenrekorder. Im Radio war Abends nur das englische Programm von Radio Luxemburg auf Mittelwelle zu hören. Ich schafte es mit einem Grundig Tonbandgerät Musik auf UKW zu senden das man auf dem Spielplatz. Hiermit war ein auf dem Spielplatz für die Musik zuständig. Ich war der einzigste der nicht rauchte uns ich sah lande sehr knabenhaft aus. In der Gruppe war ich bis dahin nicht vorhanden. Jetzt wurde man auf mich aufmerksam auch wenn man nicht verstand wie ich sagen konnte welche Musik jetzt im Kofferradio kommt. In meinem Kinderzimmer hatte ich ein Tonbandgerät einen Plattenspieler und später ein Grundig Mischpult. Ein einfaches Mikrofon gab es auch. Ich produzierte nun Programme mit Musik und Ansagen. Ich hatte eine sehr helle Stimme. Sie klang eher etwas kindlich. Ein Name für den Sender musste her und nannte ihn Radio Tonfunk. Ich sendete mit einen Oszillator. Er war mit einem Transistor sehr einfach auf zu bauen. Wenn er lang genug lief war er auch ausreichend stabil auf der eingestellten Frequenz. Die Ankoppelung an einer Antenne hatte de Nachteil das wenn man sich der Antenne näherte die Frequenz der Oszilators sich änderte. Weiterer Nachteil ist das solche einfachen Sender sehr viel harmonische Oberwellen erzeugt . Die doppelte Frequenz war im VHF  Band und konnte je nach Frequenz das 1. Programm aus Langenberg auf Kanal 9 stören. Es musste eine Frequenz mitten im UKW Band sein. Ich entschied mich nach einigen Testsendungen für 97.6 Mhz. Heute wird von Langenberg die Frequenz für Radio Neandertal mit einer Richtantenne genutzt.   Die Zeit verging und der Name wurde in Radio City geändert. Auch der Sender war nun ein Gegentaktoszillator mit einer ECC85 Röhre. Die Einheit kam auf einem alten Empfänger. Dieser Oszillator hatte eine wesentliche saubere Sinuskurve und dadurch weniger harmonische Oberwellen.  Die Antenne würde mit einer Spule und einen 240 Ohm Fernsehkabel an einer UKW Dipolantenne angekoppelt. Auch die Sendeleistung und damit die Reichweite des Senders wurde größere. Ich sendete jeden Sonntag von 12 bis ich glaube bis 16 Uhr. Die Innenstadt von Essen war im Funkschatten des flachen Berges von Essen Huttrop. Zu anderen Richtung hörte man und in Essen Überruhr. Hier lernte ich auch einen Hörer mit Namen Rolf kennen. Er war ein begeisterter  Hörer. Meine Moderation war völlig frisch und verrückt. Ich hatte eine extrem flotte Art und am Radio klang es seht gut. Es war alles live. Die Musik stammte von Schallplatten und von Aufnahmen vom Tonband. An meinen Standort konnte ich das Programm Hilversum 3 aus den Niederlanden hören. Hier sah in den 70er Jahren die Musikwelt ganz anders aus. Deswegen gab es auch ein Jugendprogramm auf UKW. Hier konnte ich Musik aufnehmen. Im WDR gab es nur Discothek im WDR mit Mail Sondock und die Dave Colman Show. Man hörte auch den Soldatensender BFBS der britischen Armee mit dem Sender Langenberg. Wir waren Tommy Lypton ,Rock Chester Per Laporte. Diese Moderatoren kamen Sonntags in mein Kinderzimmer und machten eine Stunde live Sendung. Sie brachten Gäste mit und es entstand eine fast Party Stimmung. Wir sendeten 2 bis 3 Jahre bis in der WAZ ein Artikel stand. Was dann geschah erzähle ich euch beim nächsten mal. 

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