Es’hail-2 – Der erste geostationäre Amateurfunk Satellit

Der erste russische Satellit Sputnik den jeder beim tiefen Überflug auf dem UKW Radio hören konnte war eine Sensation. Es  ist seit dem viel Zeit vergangen. Und seit her werden immer wieder Amateurfunksatelliten in eine Umlaufbahn geschickt. Es sind Relaistationen die  einen bestimmten Frequenzbereich in einen anderen Frequenzbereich verstärkt wieder aussenden. Diese Methode ist schon lange vorher auf der Erde getestet worden. Bei tieffliegenden Satelliten braucht man eine Antenne die automatisch nachgeführt wird. Die komplette Umlaufzeit ist je nach Höhe ca 90 Min. Davon gab es eine Menge und die Chinesen haben gerade wieder einen Amateurfunksatelliten hoch geschossen.

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch daran: AMSAT-OSCAR 40 wurde am 16.11.2000 um 0107 UTC mit einer ARIANE 5 von Kourou gestartet. Seine Bake konnte zu Beginn der Mission auf dem 2 m Band mit ganz einfachem Empfangsgerät gehört werden. OSCAR 40 hatte eine Höhe von 47.000 km und konnte täglich bis zu acht Stunden empfangen werden.

Die deutschen sind mit Amsat Oscar 40 einen anderen Weg gegangen. Dieser Satellit hatte eine sehr starke elliptische Laufbahn. Er raste um die Erde und würde über Europa weit ins All geschleudert. Er war dann über mehre Stunden  in ganz Europa zu nutzen. Dann stürzte er zu Erde seitlich vorbei und beschleunigte so stark das er wieder weit über Europa ins All geschleudert wurde. Damals träumte man noch von einen Geostationären Satelliten. Er steht für uns am Boden fest am Himmel.

Dann war es so weit

Es’hail-2 hat eine geostationären Bahn bekommen. Er hat einen festen Platz am Himmel über uns, wie ein TV Satellit und ist immer hörbar. Über ihn sind in Zukunft auf einem 250 kHz breitem Transponder CW, SSB und schmalbandige Datenverbindungen möglich. Ein weitere Transponder dient zur Übertragung von digitalem Amateurfunkfernsehen. Wir senden dann auf 2.400 Mhz und  empfangen auf 10.490 MHz.

36.000 km hoch fliegt er. Und 14.660 Km/h schnell. In 24 Stunden rund um die Erde. Die dreht sich mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit. Und so kommt es, dass der Satellit Es’hail-2 (P4-A) von der Erde aus gesehen am Himmel scheinbar stillsteht. So wie unser TV-Satellit Astra. Geostationär nennt man die Umlaufbahn. Wer mit ihm funken will, braucht weder Auf- noch Untergangszeit zu wissen und muss auch nicht mit Frequenz-Sprüngen durch Dopplereffekte zu rechnen.Es’hail-2 (P4-A) steht still am Himmel. Wir können unsere Antenne fest ausrichten. Wie beim Satelliten-Fernsehen. Ein LNB reicht erstmal zum Empfang und eine Schüssel. So groß wie im Bild braucht sie wirklich nicht zu sein. Ein kleiner Spiegel genügt.

Die Reichweite kann man hier erkennen:

 

Dank einiger Funkamateure und der gekonnte Umgang mit der Technik kann man aus dem Internet diesen Satelliten hören

https://eshail.batc.org.uk/nb/

Ein großer Tag der erste geostationäre Satellit der Funkamateure ist gestartet

 

P4-A NB Transponder Bandplan and Operating Guidelines

P4-A NB Transponder Bandplan and Operating Guidelines

https://eshail.batc.org.uk/wb/

Dieses Dokument dient als Richtlinie für den ersten AMSAT P4-A-Transponder auf Qatar-OSCAR 100 (Es’hail-2), dem ersten geostationären Amateurfunk-Transponder. Auf diese Weise können potenzielle Benutzer über die Pläne und Betriebsverfahren informiert werden, die angenommen werden sollten. Dieses Dokument wird möglicherweise regelmäßig aktualisiert, um den Betriebserfahrungen Rechnung zu tragen.

 

Die Grafik zeigt die beiden Transponder, ihre Passbänder sowie die Polarisation in Aufwärts- und Abwärtsrichtung. Beachten Sie, dass diese Transponder im Gegensatz zu den linearen Transpondern der meisten anderen Amateursatelliten nicht invertieren.

Die beiden Amateur-Band-Transponder auf Es’hail-2 sind eine gehostete Nutzlast, die von der Qatar Satellite Company – Es’hailSat und der Qatar Amateur Radio Society (QARS) in Zusammenarbeit mit AMSAT-DL bereitgestellt wird. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Betreiber diese Einrichtung respektieren und jegliche Aktivitäten unterlassen, die Straftaten hervorrufen könnten oder außerhalb der Bestimmungen ihrer Amateurfunklizenz liegen.

Es’hail-2 / P4-A-Narrowband-Transponder-Betriebsrichtlinien und -Bandplan

Der Schmalbandtransponder ist für herkömmliche analoge und schmalbandige digitale Signale vorgesehen.

Es dürfen keine Übertragungen über die Nennkanten der Transponder-Durchlassbänder erfolgen. Insbesondere sollte keine Bedienung unterhalb der unteren und oberhalb der oberen Bake erfolgen.

Keine Uplinks sollten zu Downlink-Signalen führen, die stärker sind als diese Beacons. Falls solche Signale erkannt werden, werden sie mit einer „LEILA“ -Sirene gekennzeichnet. Wenn sie mit „LEILA“ gekennzeichnet sind, sollten Betreiber ihre Uplink-Leistung (ERP) sofort reduzieren.

Es sollten keine FM-Übertragungen an Es’hail-2 erfolgen, da diese eine übermäßige Leistung und Bandbreite beanspruchen würden.

Uplink [MHz] Downlink [MHz] available Bandwith [kHz] Notes
10489,550 – 10489,555 do not transmit Lower Beacon, 400 Bit/s BPSK or CW
2400,055 – 2400,100 10489,555 – 10489,600 45 CW Only
2400,100 – 2400,120 10489,600 – 10489,620 20 narrowband digimodes (500 Hz max. BW)
2400,120 – 2400,140 10489,620 – 10489,640 20 digimodes (2700 Hz max. BW)
2400,140 – 2400,190 10489,640 – 10489,690 50 mixed modes  (2700 Hz max. BW)
2400,190 – 2400,295 10489,690 – 10489,795 105 SSB only
10489,795 – 10489,800 do not transmit Upper Beacon, 400 Bit/s BPSK or CW

Erster Test der Amateurfunkgruppe Mühlheim