Die Kurzwelle lebt noch – Die Meterbänder der Kurzwelle

Informationen für den Anfänger

Viele Radiohörer, die zum ersten Mal den Bereich der Kurzwelle ausprobieren, sind schnell enttäuscht. Die meisten finden kaum Radiosender und wenn doch, dann ist die Qualität eher schlecht oder das Programm nicht in deutscher Sprache.  Die Deutschen Welle und viele von früher bekannte Sender sind nicht mehr mit ihrem Kurzwellenprogramms zu hören. Da kommen viele schnell zu dem Schluss, dass die Kurzwelle tot sei. Doch die Kurzwelle ist alles andere als tot, wenn man weiß, was man beachten muss. Wir geben euch heute eine erste Orientierung und stellen euch die Meterbänder der Kurzwelle genauer vor.

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Kurzwelle anders funktioniert als die drei anderen Radiobereiche. Während bei UKW, Mittelwelle und Langwelle der gesamte Frequenzbereich ausschließlich für Radioaussendungen genutzt wird, stehen auf der Kurzwelle nur bestimmte Frequenzbereiche überhaupt für den Rundfunk zu Verfügung. So findet man im Bereich der Kurzwelle von 3.000 kHz bis 30.000 kHz zum Beispiel auch den Amateurfunkdienst, den CB-Funk, Funkbaken, transatlantischen Flugfunk, Wetterberichte oder auch die Zahlensender der Geheimdienste.

Damit man nicht die ganze Kurzwelle nach Sendern durchsuchen muss, hat man sich schon in der Anfangszeit des Kurzwellenrundfunks darauf geeinigt, nur bestimmte Bereiche zu nutzen. Da man zu jener Zeit allerdings nur in der Lage war die Wellenlänge zu messen, nicht aber die genaue Frequenz, hat man die entsprechenden Bereiche nach der ungefähren Wellenlänge in Metern benannt. Diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und man spricht daher von den Meterbändern auf Kurzwelle. Hier zunächst einmal eine Übersicht über die Rundfunkbänder:

Das 5kHz Stepping

Nur innerhalb dieser Frequenzbereiche kann man also auch wirklich Radiosender finden. Viele Kurzwellenempfänger bieten genau deshalb die Möglichkeit direkt zu den entsprechenden Meterbändern zu springen. Des Weiteren senden die Rundfunksender auf der Kurzwelle immer in einem 5 kHz Raster. Das bedeutet, dass man theoretisch Sender immer nur auf glatt durch 5 teilbaren Frequenzen wie etwa 5.845 kHz, 5.850 kHz, 5.855 kHz usw. findet. Man spricht hier vom sogenannten Stepping (step = engl. für Schritt).  Gute Kurzwellenempfänger lassen daher meist ein schnelles Durchsuchen der Kurzwelle in 5 kHz Schritten zu und erlauben dann ein Feintuning in kleineren Schritten.

Empfang über den Tag

Was die Kurzwelle einzigartig macht sind die Ausbreitungsbedingungen der Radiowellen. Im Gegensatz zu vielen anderen Frequenzbereichen werden diese bei der Kurzwelle an ionisierten Schichten der Atmosphäre reflektiert. So können sie bei mehrfacher Reflektion zwischen Atmosphärenschicht und Boden problemlos tausende von Kilometern überbrücken. Welche Schichten der Atmosphäre ionisiert werden, hängt allerdings davon ab, ob vor Ort gerade Tag, Nacht oder Dämmerung herrscht. Daher sind auch nicht alle Kurzwellenbänder immer gleich gut zu empfangen. Man spricht hier davon, dass Bänder auf oder zu gehen je nachdem ob ein Empfang möglich ist oder nicht.

Damit ihr wisst, welche Bänder man zu welchen Tageszeiten am besten empfängt, haben wir die Empfangsbedingungen ebenfalls in obiger Tabelle aufgeführt. Bitte beachtet, dass dies aber nur eine grobe Orientierung ist. Besondere Wetterlagen oder astronomische Ereignisse können die Empfangsbedingungen jederzeit verbessern oder verschlechtern. Probieren geht also über studieren!

Die Bänder im Detail

Zum Abschluss noch ein paar Bemerkungen zu den einzelnen Meterbändern. Diese haben im Laufe der Jahre einige Spitznamen erhalten, die schon ungefähr ausdrücken für was ein Band steht.

Das 120 Meter Band, das 90 Meter Band und das 60 Meter Band werden als Tropenband bezeichnet. Grund dafür ist, dass diese Meterbänder hauptsächlich im Bereich der Tropen genutzt werden. Zu schlechte Infrastruktur für UKW Rundfunk und zu schlechtes Wetter für Mittel- und Langwelle sorgen dafür, dass die Kurzwelle für viele Länder im Bereich der Tropen die einzige Möglichkeit für einen landesweiten Rundfunk darstellt. Aufgrund der niedrigen Sendeleistung sind diese Stationen allerdings nur schwer zu empfangen. Am besten ist es, wenn sowohl am Sende- als auch am Empfangsstandort Nacht ist. Mit etwas Glück bekommt man am frühen Abend Stationen aus Asien, in der Nacht Sender aus Afrika und am frühen Morgen dann Rundfunk aus Südamerika rein.

Auch das 75 Meter Band gehört eigentlich in den zu den Tropenbändern. Es wird allerdings auch von einigen europäischen Rundfunksendern genutzt und ist daher eher ein Allroundband. Die Empfangsbedingungen sind aber identisch mit den Tropenbändern, so dass man hier vor allem nach Sonnenuntergang auf Senderjagd gehen sollte.

Das 49 Meter Band ist das mit Abstand populärste Meterband der Kurzwelle. Fast alle europäischen Sender sind hier problemlos zu empfangen, weswegen das Band auch Europaband genannt wird. Legendär ist zum Beispiel die mittlerweile aufgegebene 6.075 der Deutschen Welle. Tagsüber bekommt man hier nur Sender mit großer Leistung zu hören. In der Nacht findet man hier dagegen dutzende, eng beieinander liegender Rundfunksender aus ganz Europa. Gerade für Einsteiger ist dieses Meterband daher sehr zu empfehlen.  Mittlerweile gibt es hier in Deutschland einige kleine KW Sender mit Leistungen von 1 bis 10 KW Sendeleistung. Hier kann man preiswert Sendeleistung mieten.

Dem Europaband am ähnlichsten ist das 41 Meter Band. Eigentlich ist es ein Allroundband, welches man aber auch als Mittelmeerband bezeichnen könnte. Zu hören sind hier Stationen aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika.

Ein weiteres Allroundband ist das 31 Meter Band auf dem früher die BBC zu finden war. In den Sommermonaten hat man ähnliche Bedingungen wie auf dem 49 Meter Band. Im Winter hingegen, wenn die atmosphärische Dämpfung sinkt, bekommt man hier auch tagsüber oft Stationen aus der ganzen Welt herein.

Zwei Bänder mit eher mittelmäßigen Eigenschaften sind das 25 Meter Band und das noch recht junge 22 Meter Band. Tagsüber kann man hier recht gut regionale Radiosender empfangen. In der Nacht lassen sich auch weiter entfernte Stationen hören.

Ein weiterer Klassiker  unter den Bändern der Kurzwelle ist das 19 Meter Band. Es ist mit Abstand das beste Band für Weitverbindungen, weswegen man auch vom DX-Band spricht. Problemlos kann man hier Stationen aus der ganzen Welt empfangen und das nicht nur Nachts, sondern oftmals auch am Tag. Das 19 Meter Band ist daher ein sehr beliebtes Band für Wellenjäger.

Zwei weitere Weitverkehrsbänder sind das 16 Meter Band und das ebenfalls recht neue 15 Meter Band. Auch auf diesen Bändern kann man auf die Jagd nach weit entfernten Sendern gehen. Allerdings braucht man in der Nacht hier schon bessere Empfänger. Tagsüber gehen diese Bänder auf, allerdings für einen kürzeren Zeitraum als beim 19 Meter Band.

Vor allem tagsüber kann man auf dem 13 Meter Band der Kurzwelle vielen starken Radiosender aus aller Welt lauschen. Nachts dagegen ist hier nur wenig zu empfangen. Außerdem ist das Band recht abhängig von den Sonnenflecken. Die Sonne ist zur Zeit nicht sehr aktiv.Aktuell steuern wir wieder auf einen Sonnenfleckenminimum zu, so das die Bedingungen auf diesem Band wieder schlecht sind.

Zu guter Letzt bietet die Kurzwelle noch das 11 Meter Band, welches ein sehr besonderes Band ist. Zum einen unterstützen nicht alle Kurzwellenempfänger dieses Band, weswegen auch viele Sender das Band meiden. Zum anderen ist dieses Band wie kein anderes abhängig vom sogenannten Funkwetter. Daher ist hier normalerweise fast gar nichts zu hören. Bei einem Sonnenfleckenmaximum oder auch bei besonderen Wetterphänomenen können hier manchmal tagsüber für wenige Stunden weit entfernte Sender empfangen werden.

Shortwave Radio

Shortwave Radio sendet in Englisch und ist gut auf 3975 khz sehr gut zu hören.

Shortwave Radio sendet in Englisch und ist gut auf 3975 khz sehr gut zu hören. Es wird auf der Webseite angegeben das sie für Benelux England und Schottland senden. Seit kurzem wurde die Sendezeit etwas stark gekürzt

Ich vernute das der Sender in Deutschland  an der Grenze zu Belgien oder Niederlande ist.

Unsere aktuellen Sendezeiten haben sich wie folgt geändert:

3975 kHz: 16:00 bis 23:00 UTC
6160 kHz: 16:00 bis 22:00 UTC

Sollten Sie unsere Vormittags- oder Nachmittagsübertragungen auf 3975 kHz und 6160 kHz vermissen, senden Sie bitte eine E-Mail und beschweren Sie sich darüber. Die Ausbreitungsbedingungen verhindern, dass wir tagsüber in Großbritannien und Irland hörbar sind. Wenn Sie woanders zuhören, ändern wir möglicherweise den Zeitplan erneut. Ihr Feedback ist willkommen. Denken Sie daran, dass eQSL nur verschickt werden, wenn eine Spende für das Projekt über unsere Website eingeht.

WMR – World Music Radio

WMR ist wieder auf KW zu hören

 

World Music Radio (WMR) ging erstmals 1967 aus den Niederlanden auf Sendung und wurde von dort bis August 1973 ausgestrahlt. Die Sendungen wurden jeden Sonntagmorgen und später auch samstags ausgestrahlt. Die beliebte WMR-Frequenz bei vielen Kurzwellenenthusiasten in Europa betrug zu dieser Zeit 6250 kHz.

Später in den 1970er und 1980er Jahren wurden Programme von WMR über Radio Andorra, Radio Milano International und Radio Dublin sowie über UKW-Sender in Italien und Frankreich übertragen.

1997 kehrte WMR von Mai bis August von einem neuen Hauptsitz in Dänemark aus mit leistungsstarken Sendern in Südafrika in die Luft zurück und deckte damit wirklich die ganze Welt ab, wobei Afrika das Hauptziel war.

Im Jahr 2004 wurde WMR neu gestartet und diesmal wieder von eigenen Sendern, wie dies in den Jahren 1967-1973 der Fall war. Die Sendungen wurden von unserem Senderstandort in der Nähe von Karup in Mitteljütland, Dänemark, auf 5815 kHz und für kurze Zeit auch auf 15810 kHz übertragen.

927 kHz – Copenhagen (coming soon)
5840 kHz – Europe           Diese Frequenz ist gut zu hören
15805 kHz – Europe

http://www.wmr.dk/

Das Wetter im Sonnensystem

 

Aktuelle Ortszeit in Voerde:

 

 

Schöne Bilder, immer aktuell. Aber was sagen und die vielen Zahlen. Neben Licht strahlt die Sonne Röntgenstrahlung ab und enorme Ausbrüche von Materie verstärken den Sonnenwind. Die Sonne hat großen Einfluss auf die Ausbreitungsbedingungen besonders auf Kurzwelle. Funkamateure beobachten immer diese Werte. Ich versuche einige Begriffe unterhalb der aktuellen Bilder zu erklären.

Eine interessante Seite über die direkte Ausbreitung auf den Kurzwelle Bändern für Funkamateure findet ihr hier https://dr2w.de/dx-propagation/

SFI  – Solarer Flux Index

Der Solare Flux Index ist ein Maß für die Aktivität der Sonne. Dabei misst man die Energie der von der Sonne ausgesandten Radiostrahlung mit der Wellenlänge von 10,7 cm (2,695 GHz) und rechnet sie in Flux Einheiten SFU um. In den Jahren des Sonnenfleckenminimums werden Fluxwerte um 70 Einheiten, im Sonnenfleckenmaximum oftmals über 200 Einheiten gemessen. Der Solare Flux und die Sonnenflecken-Relativzahl hängen eng miteinander zusammen. Zusammen mit dem K-Index ist der solare Flux die wichtigste Beurteilungsgröße für DX-Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle.

SN  Sunspot Number – Sonnenflecken Relativzahl

Die Häufigkeit von Sonnenflecken wird durch die Sonnenflecken Relativzahl ( in Deutschland „R“) erfasst. Sonnenflecken treten meist in Gruppen aber auch vereinzelt auf. Man zählt zuerst die Gruppen (G) von Sonnenflecken, die auf der Sonne zu sehen sind. Dann nochmals alle Flecken (E), auch wenn sie einzeln sind bzw. bereits schon in einer gezählten Gruppe enthalten sind. Dann nimmt man die Anzahl der Einzelflecken (Zahl E) und addiert dazu das Zehnfache der Anzahl der Gruppen (Zahl G)  und erhält daraus die Sonnenflecken Relativzahl. Ist kein Fleck zu sehen, dann ist die Relativzahl gleich Null.  Zur Beurteilung der Sonnenaktivität wird heute anstatt der subjektiven Zählung von Sonnenflecken die aussagekräftigere Messung des solaren Fluxes bevorzugt.

Je höher die Sonnenflecken Relativzahl, desto besser sind die zu erwartenden Eigenschaften der Ionoshäre für Weitverbindungen auf höheren Bändern. Maxima und Minima der Anzahl der Sonnenflecken unterliegen einem elfjährigen Zyklus.

 K-Index  –  Geomagnetischer Index

Der K-Index beschreibt die aktuelle magnetische Aktivität des Erdmagnetfeldes. Der K-Wert gibt das Maß der Unruhe des Erdmagnetfeldes an. Je kleiner der K-Wert, desto ruhiger sind die geomagnetischen Bedingungen. Dem K-Index werden Ziffern von 0 bis 9 zugeordnet. Ein K-Index von 0 weist auf ein äußerst ruhiges Erdmagnetfeld hin –  ein K-Index von >5 hingegen weist auf ein stark gestörtes Feld, einen sogenannten Magnetsturm hin. Hierbei sinkt die MUF (obere Grenzfrequenz der Ionosphäre).

A-Index – Geomagnetische Unruhe des Tages

Neben dem geomagnetischen Index K, der eine quasi-logarithmische Einteilung hat und der ganze Zahlenwerte zwischen 0 und 9 annehmen kann wird in den Funkwettermeldungen auch der Index A angegeben.

Der A-Index ist ein Tageswert für die geomagnetische Aktivität, gültig für einen bestimmten Meßort. Der Tagesmittelwert A wird aus den acht k-Werten über eine Zuordnungstabelle mit dem ak-Wert berechnet. Dabei entspricht beispielsweise K=1 einem ak=3, k=9 einem ak=400. A hat eine nach oben offene Skala. Ein hoher Index A ist ein Indiz für mögliche Ausbreitungsphänomene, wie AURORA oder unerwartete Öffnungen auf 1,8 MHz.

Die höchste nutzbare Frequenz MUF

Die sogenannte maximale Durchdringungsfrequenz, senkrecht-Grenzfrequenz oder foF2 gibt die höchste Frequenz an, die von der F2 Schicht der Ionosphäre bei Senkrechtanstrahlung noch reflektiert wird. Sie ist ein Maß für den Ionisationsgrad der F2 Schicht. Die Messung der foF2 erfolgt durch die senkrechte Abstrahlung eines Impulses in den Himmel, der bis zum Erreichen der maximalen Durchdringungsfrequenz zur Bodenstation zurück reflektiert, beim Überschreiten dieser Grenzfrequenz jedoch ins All abgestrahlt wird. Die in Wirklichkeit höchste nutzbare Frequenz (MUF) liegt jedoch immer höher, da in der Praxis keine Antenne wirklich senkrecht in den Himmel strahlt, sondern im günstigen Fall einen flacheren Abstrahlwinkel aufweist.

Für die MUF darf man, wenn man flachstrahlende Antennen verwendet, die F2-Grenzfrequenzen mit dem Faktor 2,5 bis maximal 3,5 multiplizieren.

 

Solare Flares (Radio Blackouts)

Flares sind plötzliche Eruptionen mit der ungeheurer Gewalt mehrerer Milliarden Atombombenexplosionen zusammen. Sie treten in der Nähe von Sonnenflecken auf, normalerweise entlang der neutralen Linie zwischen entgegengesetzten magnetischen Polen. Die meist nur Minuten andauernden Ausbrüche setzen enorme Energien frei.

Dies geschieht in Form von Gammastrahlung, Röntgenstrahlung und energiereichen Teilchen (Protonen und Elektronen). Flares werden nach ihrer Röntgen- Strahlungsintensität I eingeteilt, die auf der Erde oder im erdnahen Orbit gemessen wird.

ClassWatt/m^2
B:10-6< I
C:10-6< I < 10-5
M:10-5< I < 10-4
X:I > 10-4

Röntgen- und extreme UV-Strahlung ionisieren die Ionosphäre besonders in den unteren der Sonne zugeneigten Schichten. Dies behindert die Reflexion von Radiowellen und absorbiert die Signale. Im ungünstigsten Fall ist überhaupt keine Kommunikation mehr möglich „Radio Blackout“.

Betroffen sind hauptsächlich Frequenzen zwischen 5 und 35 MHz, aber auch bei niedrigeren Frequenzen gibt es Beeinträchtigungen. Radio Blackouts werden nach einer 5-stufigen NOAA – Skala klassifieziert und basieren auf Röntgenmessung von solaren Flares (GOES 0.1 – 0.8 nm in Watt je m²).

Radio BlackoutX-Ray FlareFlux (W/m2)Severity
R-1M10.00001Minor
R-2M50.00005Moderate
R-3X10.0001Strong
R-4X100.001Severe
R-5X200.002Extreme

Das Funkwetter in der unteren Atmosphäre

Es gibt aber noch andere Einflüsse die mit der Sonne nicht direkt zu tun hat. Gewitter können durch die Entladung gewaltige Störungen auf dem 160m und 80m den Empfang unmöglich machen.

Blitzkarte für Deutschland, letzte 2 Stunden

Wenn die Wellenlänge kleiner oder gleich eines Objektes in der Luft ist kann eine Verbindung durch Regen und Nebel auf den Bändern 23cm und noch kleiner Wellenlänge den Funkbetrieb sehr stören oder zum erliegen bringen. Deswegen hier noch die Aktuelle Regenkarte

Niederschlagsradar(Wetterradar) für Deutschland

Endlich meine Aktiv Antenne aufgestellt

An einem Mast 6m Hoch habe ich eine Akiv Antenne aufgestellt. Das ist eine Breitbandantenne. Also auch für Mittelwelle und Kurze Welle Das Kabel ist schon bis zum Haus gelegt Da ich nur wenig belastet werden kann mache ich morgen weiter. Wenn das Kabel im Funkraum ist wir noch der Kasten der über das Koaxkabel die Stromversorgung zugeführ angeschlossen Dann zum schluss ein kleins Kästen das mit USB mit dem Rechner verbunden wird. Die Aktivantenne komm,t an den Eingang 100Khz-30Mhz. Es gibt noch einen zweiten Eingang 25Mhz bis 1.7Ghz. Was ich damit mache weiss ich noch nicht. Erst mal werde ich auf dem Rechner ein SDR Software define Radio Programm aufspielen. Später soll ein Rechner als Server betrieben werden der den Empfang der Aktivantenne auch von Ausserhalb meines Wohnortes ermöglichen kann. Ich habe die Aktivantenne sehr weit von Gebäuden entfernt um wenig Störungen zu haben.

Ich bin nicht mehr so Fit aber die Aktivantenne geht. Nachdem ich die Versorgung von 12 Volt aufgeschaltet habe konnte ich auf 20m in USB Amateurfunk hören. Es ging aber nur über den Empfänger des Amateurfunkgerätes. Über PC ging nix. Im Bereich von 2m oder 70cm und dem entsprechenden Eingang und einer 2m Stationen hören. Auch Radio auf UKW auch mit RDS Anzeige ging gut. Flugfunk in schmalen Am Kanälen war sehr gut anzuzeigen auf dem Bildschirm. Ich schaute mir auch die digitalen Kanäle von DAB+ und DVBT 2 an. Nur der KW Eingang mit dem Mischer ist tot. Ich werde mal drüber schlafen und morgen mal das Gehäuse öffnen. Das ist eine Stick Platine mit rtl Schip aufgelötete auf einer Platine die so groß ist wie das Gehäuse. Hier ist aus der Eingang für die KW Antenne. Ich habe keinen Wackel -Kontakt finden können. Ich habe eben bei Ebay für knapp 30€ ein neues Gerät bestellt. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

 

Radio DARC – Sonntags 11-12 Uhr

Die Frequenz ist in Deutschland und den Nachbarländern gut zu empfangen

http://websdr.ewi.utwente.nl:8901/?tune=6070am

Die Frequenz ist wegen der Toten Zohne in Deutschland schlecht zu empfangen. Dafür gehr es an dem Nachmittagstunden und Abendstunden ausserhab von Euopa immer besser

http://websdr.ewi.utwente.nl:8901/?tune=7440am

Seit März 2015 sendet RADIO DARC seine Hauptsendung sonntags ab 11 Uhr MEZ (10:00 UTC) auf 6070 kHz AM im 49-m-Rundfunkband (für DL) und auf 7440 kHz AM im 41-m-Rundfunkband (für Europa)

Was ist RADIO DARC ?
Unter dem Motto „Von Funkamateuren für Funkamateure“ wird wöchentlich auf diesem Sendeplatz ein regelmässiges DX- und Technik-Magazin ausgestrahlt, welches in ganz Europa gut zu empfangen ist. Aktuelle Meldungen aus dem Amateurfunk- und Kurzwellenbereich, Marktberichte, Technik-Tipps, DX-Meldungen und Interviews erwarten die Hörer ebenso wie abwechslungsreiche Musik aus den „goldenen“ 70er und 80er Jahren. Unsere Sendungen verfolgen auch einen Informations- und Bildungsauftrag für die Öffentlichkeit. Die Programme sind in Anlehnung an die Machart früherer See-Sender wie Radio Noordzee International, Radio Veronica und Radio Caroline produziert. RADIO DARC ist in dieser lockeren Magazinform praktisch einzigartig weltweit und mittlerweile eines der letzten noch verbliebenen Kurzwellenprogramme überhaupt, welches in Deutschland produziert wird. Lang- und Mittelwelle ist bereits seit 2015 leider Geschichte.

Sendeplätze von RADIO DARC auf Kurzwelle:

  • Jeden Sonntag 11:00 MEZ Hauptsendung auf KW 6070 kHz/100 kW + 7440 kHz/10 kW (für das Ausland)
  • Jeden Montag  17:00 MEZ auf KW 6070 kHz/10 kW + 7440 KHz/10 kW (für das Ausland)
  • Täglich 17:00 MEZ auf 7440 kHZ / 10 kW (Für Asien/Australien)

Jeden Sonntag von 11:00 bis 12:00 Radio DARC auf KW

Parallel auch im Webradio auf www.laserstarradio.de

 

KW eingestellt in den Niederlanden

Niederlande ohne Auslandsrundfunk

Der Auslandsrundfunk in den Niederlanden ist inzwischen als ganz eingestellt zu betrachten. Das frühere Radio Nederland Wereldomroep existiert als „RNW Media“ zwar nach wie vor, betreibt aber ausdrücklich keinen Journalismus mehr.

Kurzwellensender Flevoland

Einige der jetzt verschwundenen Kurzwellenantennen bei Zeewolde | ©Jan Joris Vereijken, CC-BY-2.0

Eindeutig formuliert ist das im Tätigkeitsbericht für 2017. In dessen Kapitel „What did 2017 teach us?“ heißt es:

„Das war das erste Jahr, in dem unsere Organisation damit begann, nicht mehr spezifisch im Mediensektor, sondern an der Schnittstelle zwischen Technologiewelt und internationaler Entwicklung zu arbeiten. […] Es ist zu riskant, explizite politische Themen direkt anzugehen.“

(„It was the first year our organisation started working at the intersection of the tech world and international development, rather than specifically in the media sector. […] And explicitly political issues are too risky to tackle head on.“)

Dieser Rückzug aus dem Journalismus steht in Zusammenhang mit einem Auslaufen der bisherigen, bereits massiv gekürzten Finanzierung durch das Außenministerium. Wie dem Finanzbericht zu entnehmen ist, soll sie 2020 ganz eingestellt werden. Für 2017 wurden hier 10 Millionen, für 2018 noch 8 Millionen Euro bereitgestellt.

Als Konsequenz ihrer Umorientierung hat sich die Organisation auch aus einem Forum internationaler Sender zurückgezogen. Wie die Deutsche Welle mitteilte, soll dafür die kanadische Rundfunkanstalt CBC in dieses Forum nachrücken.

Das ist bemerkenswert, weil es auch bei der CBC in den letzten Jahren zu einem finanziellen Kahlschlag bei den Auslandsaktivitäten kam. Ähnliches gilt für ein weiteres Mitglied des Forums „DG7“, die australische ABC. Der in Hilversum angetretene Rückzug auf „weiche“ Themen ist also durchaus fragwürdig.

Stand vom 19.12.2018


Mehr zu diesem Thema in einem
Beitrag vom 18. Juni 2018:
 

Die Antennen der Kurzwellenanlage von Radio Nederland Wereldomroep auf dem Polder Flevoland wurden im ersten Quartal 2018 abgerissen.

Wie es hieß, seien sie für die künftige militärische Nutzung des Objekts nicht geeignet und ein Ersatz durch neue Antennen an kleineren Masten unvermeidbar. Dazu gibt es Bildbeiträge des staatlichen Immobilienbetriebs und seines Auftragnehmers, der Abbruchfirma RGS.

Der Immobilienbetrieb ließ auch ein Video produzieren, das einen unpassenden Mitschnitt enthält: Die dort angesagte Mittelwelle 1386 kHz hatte nichts mit den niederländischen Sendeanlagen zu tun, sondern kam aus dem Kaliningrader Radiozentrum 5 bei der Ortschaft Bolschakowo (Groß Skaisgirren).
 

Die Kurzwellenanlage bei Zeewolde, auf dem 1968 trockengelegten und ab 1979 besiedelten südlichen Flevopolder, war 1985 in Betrieb gegangen. Sie hatte die alte Kurzwellentechnik des niederländischen „Weltrundfunks“ auf der Sendestation Lopik bei IJsselstein abgelöst.

Dafür entstanden ein kleiner Park an Vorhangantennen sowie zwei Rundstrahler. Die abzustrahlenden Signale erzeugten vier Sender mit einer Leistung von jeweils 500 kW, ergänzt um einen zusätzlichen Reservesender.

Betrieben wurde die Anlage von KPN Broadcast bzw. dessen Vorgänger Nozema. Grundlage dafür war stets ein pauschaler Vertrag mit Radio Nederland Wereldomroep als exklusivem Nutzer.

Übertragungen von Programmen anderer Veranstalter beschränkten sich deshalb auf Partner von RNW. Abgesehen von einem Pilotprojekt mit digitalen Ausstrahlungen gab es einzelne Sendungen von Radio Canada International und von Kunden der Media Broadcast (Adventist World Radio, Bible Voice).

Kurzwellensender Flevoland

Saal der Kurzwellenstation Zeewolde; links zwei der vier Betriebssender, im Vordergrund ein Modell der Antennenanlage | © Jan Joris Vereijken, CC-BY-2.0

Der Niedergang der Sendestation begann 2003, als RNW 40 Prozent seiner Ausstrahlungen auf Kurzwelle strich. Das sparte zwar die Elektroenergie für die entfallenen Betriebsstunden, nicht aber die festen Kosten für die Anlagen. Somit wurde die einzelne Frequenzstunde entsprechend teurer.

Das mündete schließlich in die Entscheidung, den unwirtschaftlich gewordenen Standort aufzugeben. Die letzten Ausstrahlungen aus Zeewolde liefen am 27. Oktober 2007.

Weitere Einschränkungen der Sendungen von RNW waren damit nicht verbunden. Die betreffenden Frequenzen übernahmen fortan die Media Broadcast sowie die französischen und russischen Sendernetzbetreiber, TDF und RTRS.

Kurzwellensender Flevoland

Skizze der jetzt eliminierten Kurzwellenantennen bei Zeewolde | © Jan Joris Vereijken, CC-BY-2.0

Einige Monate nach der Abschaltung wurde die Gerätetechnik demontiert, jedoch nicht verschrottet, sondern von der Media Broadcast übernommen. In den letzten Betriebsjahren war die Media Broadcast bereits mit der Wartung der Sender beauftragt.

Der Reservesender ging nach Nauen, wo bereits ein Sender gleicher Bauart aus Jülich in Betrieb war. Die übrigen Ausrüstungen erhielt das Sendezentrum Wertachtal bei Buchloe, das wiederum mit identischer Technik ausgestattet war. Neben einer Aufstockung des Ersatzteilfundus wurden zwei der Sender aus Zeewolde dort wieder in Betrieb genommen.

Die Antennen und das Betriebsgebäude bei Zeewolde blieben danach über Jahre verwaist. 2013 erwarb schließlich das niederländische Verteidigungsministerium das Objekt.

Kurzwellensender Flevoland

Eher unscheinbar: Einer der beiden Rundstrahler (Quadrantantennen), mit denen in Zeewolde speziell die Frequenz 5955 kHz abgestrahlt wurde| © Jan Joris Vereijken, CC-BY-2.0

RNW seinerseits sah sich zum Beginn dieses Jahrzehnts zunehmend unter Druck. Die Zukunft sichern sollte eine neue Strategie, sich auf ein ausländisches Publikum zu konzentrieren und so das Image als „Urlauber- und Truckersender“ loszuwerden.

Zu kritischen Diskussionen führten Blicke hinter die betont progressive Fassade, mit der sich RNW schmückte. So schrieb die Zeitung „Telegraaf“ von „Weltverbesserern“, die selbst in ihrer „Schlangengrube“ eine „Schreckensherrschaft“ etabliert hätten.

Schließlich entschied die niederländische Regierung mit Zustimmung des Parlaments, das Budget von RNW um 70 Prozent zu kürzen. Konsequenz war die Einstellung aller terrestrischen Hörfunksendungen.

Dabei fiel der – heute als Berater tätige – Chefredakteur Rik Rensen noch mit einer recht überflüssigen Hampelei auf: Die große, am 10./11. Mai 2012 ausgestrahlte Abschiedssendung der niederländischen Redaktion durfte zunächst nicht als solche angekündigt werden.

Studio von Radio Nederland Wereldomroep

10. Mai 2012: Letztes Zeitfunkmagazin von Radio Nederland Wereldomroep | © Nieuwsline-Redaktion

Wenige Wochen später wurden auch die Sendungen in englischer und indonesischer Sprache eingestellt. Als letzter Rest des Hörfunkangebots verblieb zunächst noch eine Sendung in spanischer Sprache, die 2014 schließlich ebenfalls entfiel.

Über den Chefredakteur hinaus verabschiedete sich mit dem Kahlschlag von 2012 auch der (heute zwischen den anderen Personen gleichen Namens nicht mehr auffindbare) Intendant, Jan Hoek. Für Empörung sorgte die – angeblich von ihm „nicht ausgeschöpfte“ – Abfindung von mehr als einer Million Euro, die sich Hoek bei der Übernahme des Amtes hatte zusichern lassen.

Radio Netherlands, 29 June 2012: Goodbye ...and thanks!

Grußkarte zur letzten englischen Sendung von RNW

Der Wegfall aller Sendungen von RNW gehörte zu den Entwicklungen, durch die auch das Kurzwellenzentrum Wertachtal nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden konnte. Es wurde daher 2013 ebenfalls stillgelegt und bereits im Folgejahr abgerissen.

Bei RNW wiederum hatte die englische Redaktion noch in ihrer Abschiedssendung die dauerhafte Archivierung des von ihr produzierten Materials versprochen. Doch schon vier Wochen später war ein großer Teil davon depubliziert.

Grund war eine Strategie der neu eingesetzten Leitung, eine klare Zäsur gegen das „alte“ RNW zu setzen. Alle Aufmerksamkeit sollte den neugestalteten Internetangeboten gelten, die sich an ein junges Publikum in Afrika, Nahost und China richten.

Den „Impact“, den das Rest-RNW mit diesem Konzept erreicht, schätzen Beobachter skeptisch ein: Sollten die Geldgeber einmal genauer hinschauen, was sie hier noch bekommen, dann könnte das ganz schnell in eine völlige Schließung münden. [Der nun gewählte Weg heraus aus der Medienbranche war, als diese Meinung geäußert wurde, noch nicht abzusehen.]

Wereldomroep

Ehemaliges Funkhaus von RNW in Hilversum (Foto von 2008: Nazawri, Creative Commons)

Für den kleinen Mitarbeiterstab, der jetzt noch verblieben ist, reicht ein Nebengebäude, das einst der eigenen Journalistenschule von RNW vorbehalten war. Aus dem eigentlichen Funkhaus zog das Rest-RNW im Frühjahr 2013 aus.

Anschließend wurde das Gebäude entkernt, um den hier eingesetzten Asbest vollständig zu entfernen. Seit 2014 nutzt nun die Rundfunkgesellschaft AVROTROS das Haus.

Präsentation bei der Kurzwellenstation Flevoland

Rundfunktechnik, für Besucher leichtverständlich erklärt | © Jan Joris Vereijken, CC-BY-2.0

Nach der Einstellung der Hörfunksendungen sollen die Archivbestände von RNW zumindest teilweise dem niederländischen Rundfunkarchiv (Beeld en Geluid) angeboten worden sein.

Was daraus wurde, ist nicht bekannt. Berichtet wird über eine eher chaotisch wirkende Abwicklung, bei der die Bänder der Sendung „Media Network“ von deren Gestalter persönlich sichergestellt wurden.

Ebenfalls nicht bekannt ist, was aus dem depublizierten Onlinematerial wurde. Im Zuge von Systemumstellungen könnte hier inzwischen eine fünfstellige Anzahl an Beiträgen umstandslos gelöscht worden sein.

Modell des Mittelwellensenders Flevoland

Dieses Exponat im Sendersaal der Kurzwellenstation Zeewolde wurde beim Ausbau der Technik demoliert: Ein Modell des benachbarten Mittelwellensenders | © Jan Joris Vereijken, CC-BY-2.0

1980 hatte die damalige Nozema auf dem Flevopolder auch eine neue Mittelwellenanlage in Betrieb genommen. Sie sollte eigentlich 2016 stillgelegt und abgerissen werden. Durch den Widerstand des letzten verbliebenen Programmveranstalters gibt es hier nun noch eine Galgenfrist bis zum Ende des Jahres 2018.

Autor: Kai Ludwig

Hintergründe zur Sendeanlage Wertachtal

Hintergründe zur Sendeanlage Wertachtal

Vorhangantennen der Sendeanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk)

Eine kurz nach 1990 veröffentlichte Ausarbeitung vermittelt weitere Hintergründe zur vor dem Abbruch stehenden Sendeanlage Wertachtal.

Demnach begannen 1962 die Planungen für eine neue Sendestation der Deutschen Welle. Sie sollte über zunächst acht Sender mit jeweils 500 kW und eine Antennenanlage für Abstrahlungen in alle Himmelsrichtungen verfügen, wobei gefordert war, sowohl ein Programm gleichzeitig in mehrere Zielgebiete als auch mehrere Programme gleichzeitig in ein Zielgebiet senden zu können. Damit waren rund 70 Antennen zu errichten, die eine gute Leitfähigkeit des Erdbodens und ein auf 500 Meter hin freies Vorfeld benötigten.

Die Suche nach einem ausreichend großen, den Anforderungen entsprechenden Grundstück blieb über Jahre erfolglos. Der ursprüngliche Wunsch, wie schon die Sendestation Jülich auch die neue Sendeanlage in nicht allzu großer Entfernung vom Studiostandort Köln aufzubauen, ließ sich nicht mehr durchhalten. In den Vordergrund rückten damit auch die besonderen Bedingungen von Sendungen nach Nordamerika und Fernost, für die ein möglichst weit im Süden liegender Standort vorteilhaft war.

Bei der Untersuchung von rund 50 möglichen Standorten kristallisierte sich zunächst ein Gelände im Illertal bei Memmingen heraus. Eine als „sehr aktiv“ beschriebene Bürgerinitiative verhinderte jedoch den Kauf des Grundstücks durch die Deutsche Bundespost.

Erst 1968 gelang es der Bundespost, den letztlich genutzten, 187 Hektar großen „Pisterhof“ zu erwerben. Mit weiteren Zukäufen in dessen Umgebung konnte der für die Antennen benötigte Platz gewonnen werden.

Zu einem Politikum entwickelte sich die Bezeichnung der Sendestation. Ursprünglich wollte die Deutsche Bundespost wie üblich den Namen der nächsten größeren Stadt verwenden und die Anlage unter „Mindelheim“ führen. Dies wurde von den umliegenden Gemeinden jedoch nicht akzeptiert.

Man einigte sich schließlich auf den heute bei der Bildung von Großgemeinden allgegenwärtigen Weg, auf den Namen eines in der Nähe verlaufenden Flusses zurückzugreifen. Somit erhielt die Sendeanlage die Bezeichnung „Wertachtal“. Ihr Grundstein wurde am 26. August 1969 gelegt, dem 40. Jahrestag des deutschen Kurzwellenrundfunks.

In der Mitte des Grundstücks entstand auf einer Fläche mit 300 Meter Durchmesser das Betriebsgebäude mit zwei jeweils 1000 Quadratmeter großen Sälen, die zum Einbau von jeweils sechs Sendern vorgesehen waren, und dem Antennenwahlschalter. Die Antennen wurden, wie es schon auf der (1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht vernichteten) Sendestation Zeesen der Fall war, in drei von den Gebäuden ausgehenden Armen errichtet.

Diese Antennenarme sind nach Norden 1,3, nach Südosten 1,9 und nach Südwesten 1,0 km lang. Die Umzäunung des gesamten Geländes hat eine Länge von 10 km.

Nach dem Erwerb des Grundstücks gab die Bundespost bei der Firma Telefunken umgehend neun Sender in Auftrag. Gefordert wurde dabei eine automatische Abstimmung, was eine völlige Neuentwicklung nach sich zog. Eine besondere Herausforderung war dies durch den ursprünglich nicht eingeplanten Zeitdruck, die Anlage zu den Olympischen Spielen in München in Betrieb zu nehmen, wie es analog auch schon 1936 bei der Sendestation Zeesen der Fall war.

Es gelang Telefunken, den ersten der neuartigen Sender bereits im Mai 1971 zu liefern, kurz darauf auch den zweiten. Nach deren Aufbau begann im April 1972 der Probebetrieb, dem am 12. Juni 1972 die offizielle Einweihung der Sendestation folgte. Im einzelnen in Betrieb genommen wurden die ersten fünf Sender am 11. April, 12. April, 8. Juli, 24. Juli und 7. August 1972, gefolgt von weiteren vier Sendern am 24. Mai, 11. Juni, 25. September und 6. November 1974.

In den Sendersälen wurden in einer Reihe die Hochfrequenz- und Modulationsverstärkerteile und dahinter die Stromversorgungsteile der Sender aufgebaut. Die Hochspannungs- und Modulationstransformatoren, Siebmittel und Kühleinrichtungen fanden ihren Platz in Nebenräumen. Die anodenmodulierten Endstufen arbeiteten mit jeweils zwei siedegekühlten Tetroden in Metallkeramiktechnik, ihre Schwingkreise waren aus wassergekühlten Variometern mit 1,4 Meter Durchmesser aufgebaut.

Die automatische Einstellung der Sender auf die jeweilige Frequenz lief in vier Schritten ab: Grobabstimmung der Induktivität ohne Leistung; Feinabstimmung des variablen Vakuumkondensators; nochmaliger Abstimmschritt bei voll aufgeschalteter Leistung; Zuschaltung der Modulation. Der gesamte Vorgang nahm nicht mehr als 10 bis 60 Sekunden (abhängig davon, wie groß der Unterschied zur vorher eingestellten Frequenz war) in Anspruch.

Dieser sich bei jedem Sender täglich bis zu 20 Mal wiederholende Vorgang sowie die Anschaltung der jeweiligen Modulationsleitung und Antenne wurden von einer rechnerbasierten Anlagensteuerung automatisch angestoßen. Dadurch konnte ein Techniker den Betrieb der neun Sender allein regeln.

Zur Anschaltung der Antennen wurde eigens ein neues, mit Druckluft gefülltes Koaxialkabel mit 25 cm Durchmesser entwickelt. Die längste Verbindung zu einer Antenne beläuft sich auf 1,9 km, die Gesamtlänge der verlegten Koaxialkabel auf 53 km. Die Forderung, möglichst jeden der neun Sender mit jeder der 74 Antennen verbinden zu können, realisierte eine acht Meter hohe, über zwei Stockwerke reichende Schaltermatrix; in dieser ersten Ausbaustufe mit 600 Schaltelementen.

Der ursprünglich in Jülich aufgebaute Antennentyp mit umschaltbarer Abstrahlrichtung genügte den an die neue Sendeanlage gestellten Anforderungen nicht mehr. Vorgesehen wurden daher Antennen mit Mittenreflektoren und getrennten, beiderseitigen Dipolwänden, die zur Erzielung einer großen Bandbreite in Reusenform ausgeführt sind.

Diese beiden Seiten einer Vorhangantenne konnten, sofern ein ausreichend großer Frequenzabstand eingehalten wurde, gleichzeitig betrieben werden. Für zusätzliche Flexibilität sorgten Schielschalter, mit denen die Abstrahlrichtung in beide Richtungen um 15 oder 30 Grad geschwenkt werden konnte.

Als Träger dieser Antennen der ersten Ausbaustufe entstanden 25 Fachwerktürme mit Höhen zwischen 26 und 123 Meter. Die Antennenvorhänge wurden an Seilen über Rollen mit Gegengewichten und Seilwinden geführt. Auf diese Weise konnten sie herabgelassen und so Zerstörungen bei Sturm und Eisansatz verhütet werden.

Im einzelnen handelte es sich in dieser ersten Ausbaustufe um 52 Antennen für Fernsendungen (davon 24 Dreiband- und 28 Zweibandantennen) sowie 11 ebenfalls als Zweibandantenne ausgeführte Dipolzeilen für nähere Zielgebiete. Lieferant war die Mannheimer Filiale der damaligen Schweizer Firma BBC.

Neben den Vorhangantennen entstanden fünf logarithmisch-periodische Antennen mit ebenfalls horizontaler Polarisation, die aus jeweils zwei nebeneinander aufgebauten Strahlern mit jeweils 26 Dipolen bestehen. Diese von Telefunken gelieferten Antennen wurden ebenfalls mit Schielschaltungen, hier um +/- 20 Grad, ausgerüstet und waren für Sendungen in bis zu 2000 km entfernte Zielgebiete bestimmt.

Für Rundstrahlsendungen in noch nähere Zielgebiete wurden sechs wiederum von BBC gelieferte Quadrantantennen aufgebaut. Sie bestehen aus jeweils einem Reusendipol für jeweils zwei benachbarte Frequenzbänder, dessen beide Schenkel um 90 Grad gegeneinander abgeknickt sind.

Von den neun Sendern der ersten Ausbaustufe wurden acht der Deutschen Welle zur ständigen Nutzung überlassen. Der neunte Sender blieb als Reserve reserviert, er kam bei Wartungen und Reparaturen zum Einsatz. Auf diese Weise konnte eine Verfügbarkeit von 99 Prozent erreicht werden, obwohl die einzelnen Sender täglich mehr als 20 Stunden in Betrieb waren. Wegen des großen Programmvolumens der Deutschen Welle, das sich schon 1967 auf wöchentlich 600 Stunden in 34 Sprachen belief, wurde 1982 noch ein zusätzlicher Sender als neunter Betriebssender eingebaut.

Zu einem unerwarteten weiteren Ausbau der Sendestation kam es Mitte der 80er Jahre. Die Voice of America trat mit dem Wunsch an die deutsche Seite heran, die noch von 1941/1942 stammenden Kurzwellensender auf der Sendestation des Bayerischen Rundfunks in Ismaning durch eine Mitnutzung der Sendeanlage Wertachtal abzulösen.

Dort wären zwar nur noch zwei der ursprünglich konzipierten Senderplätze verfügbar gewesen. Eine Lösung bot hier jedoch der inzwischen von Telefunken entwickelte neue Sendertyp mit Pulsdauermodulation (Typbezeichnung, bezogen auf die Kurzwellenvariante mit 500 kW, S 4005), der deutlich kompakter als die vorherige, anodenmodulierte Generation (Typbezeichnung SV 2500) war.

Somit konnten in den vorhandenen Räumen fünf Sender des neuen Typs eingebaut werden, von denen vier als Betriebssender und einer als weiterer Reservesender vorgesehen waren. Für die Ausstrahlungen der Voice of America, die sich auf die Zielgebiete Osteuropa (im politischen Sinne) und Nordafrika konzentrierten, war auch eine entsprechende Erweiterung der Antennenanlage erforderlich.

Die amerikanische Seite wünschte eigentlich, wie schon in Ismaning auch im Wertachtal vier Sender in ihre alleinige Verfügung übergeben zu bekommen. Dieses Ansinnen lehnte die Deutsche Bundespost jedoch ab, da flexible Ersatzschaltungen bei Arbeiten und Störungen so unmöglich gewesen wären. Stattdessen wurde ein Vertrag über den Betrieb von jeweils vier Frequenzen abgeschlossen, der die tatsächliche, gegenüber dem Ganztagsbetrieb der Deutschen Welle deutlich eingeschränkte Sendezeit einbezog.

Auf dieser Grundlage wurden die Kurzwellensendungen der Voice of America von 1987 bis 1989 aus Ismaning schrittweise zur Sendestation Wertachtal übernommen. Hiervon ausgenommen blieb die Frequenz 3980 kHz; sie wurde zunächst noch weiter aus Ismaning abgestrahlt und schließlich (möglicherweise erst 1994) zur Sendestation von Radio Free Europe / Radio Liberty in Biblis umgezogen.

Abschließend bemerkt die Ausarbeitung, die Sendeanlage Wertachtal habe nach ihrer Errichtung „viele Fachbesucher aus der ganzen Welt, insbesondere aus China, angelockt“.

Dies erinnert den Beobachter an die Bestrebungen Ende der 90er Jahre, einen Sendezeittausch zwischen Deutscher Welle und China Radio International zu arrangieren. Damit wollte die chinesische Seite die verlorene Sendemöglichkeit aus der Schweiz (Sender Lenk auf 3985 und 6165 kHz; 1998 stillgelegt) ersetzen. Nachdem es bereits technische Planungen für entsprechende Sendeplätze im Wertachtal gab (dabei wären die Sendungen aus Peking u.a. auf 3995 kHz übertragen worden), schreckte die Deutsche Welle schließlich doch vor einer derartigen Kooperation zurück.

Die beigefügten, 2002 aufgenommenen Fotos zeigen die Sendeanlage im bis hierher dargestellten Zustand. Die anschließenden weiteren Umbauten sind in der Meldung über den bevorstehenden Abbruch beschrieben.

(Mit Recherchen von Wolfgang Büschel; Stand vom 16.07.2014)

 
 
Einer der Antennenarme der Sendeanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk)
 
Infoschild aus den 90er Jahren an der Sendeanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk)
 
„Roter Knopf“ der Einweihung Wertachtal; DW-Intendant Walter Steigner, Bundespostminister Georg Leber (Foto: A. Volk)
 
Blick aus den Technikgebäuden der Sendeanlage Wertachtal auf eine Vorhangantenne (Foto: Andreas Volk)
 
Schaltbild der Antennenanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk; 2002)
 
Leitplatz der Sendestation Wertachtal (Foto: Andreas Volk; 2002)
 
Detail des Leitplatzes der Sendeanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk; 2002)
 
Sendezentrum Wertachtal im Sommer 2002 noch mit umfangreichen Ausstrahlungen der Deutschen Welle (Foto: Andreas Volk)
 
Prozeßrechner der Anlagensteuerung Wertachtal (Foto: Andreas Volk; 2002)
 
Frequenzerzeugung der Kurzwellenanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk; 2002)
 
Zwei Sender der ersten Generation (SV 2500) im Wertachtal (Foto: Andreas Volk)
 
Aufgeschnittenes Muster des in der ersten Sendergeneration im Wertachtal eingesetzten Röhrentyps YL 1490 (Foto: Andreas Volk)
 
Senderöhre YL 1490 geheizt im Sender (Foto: Andreas Volk)
 
Sender der zweiten Generation (S 4005) in der Station Wertachtal (Foto: Andreas Volk)
 
Blick auf fünf Sender der zweiten Generation im Wertachtal (Foto: Andreas Volk)
 
Antennenwahlschalter der Sendeanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk)
 
Detail des Antennenwahlschalters der Sendeanlage Wertachtal (Foto: Andreas Volk)
 
Muster der auf der Sendestation Wertachtal eingebauten Antennenkabel (Foto: Andreas Volk)
 
Sender Wertachtal; Abgang der Speiseleitungen zu den Antennen (Foto: Andreas Volk)