DAB+ in der Schweiz

Die Schweizer Digris AG hat ihren Ausbauplan aktualisiert. Demnach steht als nächste Etappe in diesem Monat der Start eines DAB+-Netzes für Neuchâtel und Yverdon an.

St. Gallen wird voraussichtlich im Dezember 2018 versorgt
Im Dezember 2018 sollen St. Gallen und das Oberwallis folgen, ehe  es dann im März 2019 mit dem Rheintal weitergehen wird. Für Mai 2019 sind nach jetzigem Stand Fribourg und Glarus vorgesehen.

Digris betreibt mehrere lokale, kleinräumige DAB+-Netze in der Schweiz. Dabei setzt das Unternehmen eine softwaregestützte Technologie ein, die wesentlich niedrige Kosten verursacht. Vergleichbare Projekte gibt es auch in Großbritannien (dort als Minimux oder small-scale DAB bezeichnet), in Paris oder in Sachsen (Pilotprojekte in Leipzig und Freiberg).

Über die Digris-Netze werden die freien Radios der Schweiz, kleinere Privatradios und diverse Webradios verbreitet. Die ersten Digris-Muxe starteten 2014 in Genf und Zürich. Es folgten 2016 Aarau/Olten, Basel, Lausanne, Luzern/Zug/Nidwalden, Winterthur/Schaffhausen und das Unterwallis. Im vergangenen Jahr gingen die Netze in Bern, im Berner Oberland, in Biel/Solothurn, in Chur/Sarganserland und im Tessin (Sopraceneri, Sottoceneri) on air.

DAB Plus -zweiter deutschlandweiter Mux Digitalkanal

Das juristische Tauziehen um den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex geht in die nächste Runde und wird nun das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen beschäftigen.

2. Bundesmux: Antenne Deutschland und SLM wollen Gerichtsentscheidung nicht akzeptieren von Tom Sprenger · Donnerstag, 5. Juli 2018

Das juristische Tauziehen um den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex geht in die nächste Runde und wird nun das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen beschäftigen.

Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte Anfang Juni in einem Beschluss dem gegen die Vergabeentscheidung klagenden Mitbewerber DABP GmbH aufschiebende Wirkung zugebilligt. Die sächsische Medienanstalt SLM wie auch die Antenne Deutschland GmbH wollen den Beschluss des Leipziger Verwaltungsgerichts  im Eilrechtsschutzverfahren so nicht hinnehmen und haben deshalb Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt, das berichtet “Dehnmedia” unter Berufung auf SLM-Geschäfsführer Martin Deitenbeck. Antenne Deutschland, ein Konsortium aus dem Netzbetreiber MEDIA BROADCAST und der bayerischen Oschmann-Gruppe, hatte 2017 von der Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten den Zuschlag für den Plattformbetrieb des zweiten bundesweiten DAB+-Netzes erhalten. Man rechne nicht mit einer raschen Entscheidung, erklärte MEDIA BROADCAST-Unternehmenssprecher Lars Beyer gegenüber dem DigitalMAGAZIN plus von Infosat.

 
radiowoche.de|Von Stephan Munder
 

DAB + in Nordhessen

Am 29. Juni 2018 startet das DAB+-Netz für Nord-, Ost- und Mittelhessen. Die Hessen Digital Radio GmbH nimmt dafür die Standorte Biedenkopf, Habichtswald und Hoher Meißner in Betrieb. Im August folgt mit Fulda der vierte Sender. Dann können über zwei Millionen Einwohner im neuen Empfangsgebiet im Raum Gießen/Marburg, Kassel/Eschwege und später Alsfeld/Fulda den privaten Multiplex auf Kanal 6A empfangen.

Laut Hessen Digital Radio sind zum Start acht Programme dabei: FFH wird mit HIT RADIO FFH, harmony.fm, planet radio und den Webchannels FFH ROCK und planetBlackBeats fünf Sendeplätze belegen. Dazu kommen die nichtkommerziellen Lokalsender Freies Radio Kassel (FRK) und Rundfunk Meißner aus Eschwege (RFM). Ebenfalls über DAB+ startet die ROCK ANTENNE. Der bayerische Privatsender hat parallel bereits heute einen Sendeplatz im DAB+-Mux für das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen belegt und ist damit ab morgen in ganz Hessen via DAB+ zu hören.

FFH-Geschäftsführer und Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth: „Der Hörer soll frei entscheiden können, wie er uns hört. Unsere Nutzer sollen den komfortabelsten Empfang unserer Radio-Programme und immer innovative, neue Hörerlebnisse bekommen – deshalb sind FFH, planet und harmony über DAB+ zu hören – und das in ganz Hessen.“ FFH betont aber in der Pressemitteilung erneut: “Privatsender wie die Radio/Tele FFH und die deutsche Werbewirtschaft setzen für die Zukunft vor allem auf die Radio-Übertragung im Internet, um beispielsweise passgenau Werbung für bestimmt Zielgruppen ausspielen zu können.” Weiter heißt es: “Für DAB+ investieren die FFH-Gesellschafter jährlich einen hohen sechsstelligen Betrag zusätzlich. Nach wie vor wird Radio aber von über 70 Prozent der Nutzer über UKW empfangen. Der Marktanteil von DAB+ liegt bei etwa 7 Prozent. Während die ARD-Radiosender ihren DAB+-Betrieb komplett aus der Rundfunkgebühr (,Haushaltsabgabe’) finanziert bekommen, müssen die Privaten ohne Refinanzierungs-Möglichkeit selbst tief in die Tasche greifen.”