Amateurfunkfernsehen über Es’hail-2

P4-A WB Transponder Bandplan and Operating Guidelines

Digital ATV co-ordination on Es’hail-2

Narrowband DATV image (150 kHz bandwidth) via QO-100 Noel G8GTZ Feb 14, 2019 at 0950 GMT

Narrowband DATV (150 kHz bandwidth) via QO-100 sent by Noel G8GTZ Feb 14, 2019 at 0950 GMT

AMSAT-DL has agreed to a proposal by the British Amateur Television Club (BATC) zur Verwendung der unteren 100 kHz des Breitbandtransponders (10491 – 10491,1 MHz) für ATV-Koordinationszwecke.

Stationen müssen ihre Leistungspegel auf einem Minimum halten und dürfen mit Sicherheit nicht mehr als 15 dB über dem Rauschpegel liegen, wie dies auf dem Goonhilly-Spektrummonitor angezeigt wird.

Dies wird nur auf experimenteller Basis sanktioniert und AMSAT-DL behält sich das Recht vor, die WB-Bake in Richtung der Bandkante zu bewegen oder DVB-S mit einem breiteren Rolloff zu implementieren, was die Frequenzen für diesen Zweck ungeeignet machen würde.

Eine weitere Herausforderung sollte jedoch überschaubar sein und sich als nützliche Funktion erweisen, obwohl wir den Chat als das wichtigste Werkzeug für Berichte und Kontakte ansehen.

73 Noel G8GTZ

BATC Forum Ankündigung https://forum.batc.org.uk/viewtopic.php?f=101&t=5923

Es’hail-2 WebSDR https://eshail.batc.org.uk/

Es’hail-2 Bedienungsanleitung für Breitband-Amateurfunk-Transponder
https://amsat-dl.org/en/p4-a-wb-transponder-bandplan-and-operating-guidelines

Es’hail-2 amateur radio information
https://amsat-dl.org/en/eshail-2-amsat-phase-4-a

Weitere Informationen finden Sie im Satellitenforum

https://forum.amsat-dl.org/

P4-A WB Transponder Bandplan und Betriebsrichtlinien
Die folgenden Betriebsrichtlinien und der vorgeschlagene Bandplan sollen allen Benutzern die effizienteste Verwendung des 8 MHz breiten Transponders ermöglichen. Es wird erwartet, dass diese ersten Richtlinien nach der Inbetriebnahme weiterentwickelt werden.

Koordinierung
Aufgrund der Vielzahl von Variationen der Übertragungsparameter ist es wichtig, dass alle Benutzer ihre Übertragungsparameter auf der von AMSAT-DL und dem BATC eingerichteten Koordinierungs-Chatroom-Seite unter << soon >> mitteilen

Transpondernutzung
Grundsätzlich sollte der Transponder nur für Kurzzeittests und Kontakte verwendet werden.

Die einzige lange Übertragung (mehr als 10 Minuten) sollte sein:

Der Fernsehsender wurde aus Katar oder Bochum gesendet.
Video der Live-Übertragung von AMSAT- und Amateur-TV-Vorträgen und -Konferenzen von großem Interesse. Beispiele könnten sein:
Nationale AMSAT-Konferenzen
Nationale Amateurfernsehkonventionen
Der folgende Inhalt ist nicht akzeptabel:

Aufzeichnungen von Ereignissen oder Ausstrahlung von Ereignissen, die nicht ausdrücklich mit Amateur-Satelliten oder Amateur-Fernsehen zu tun haben
Übertragung von urheberrechtlich geschütztem Material (z. B. Filme oder Fernsehsender)
Es wird davon abgeraten, terrestrische Amateurfunk-Repeater zu übertragen, es sei denn, der Inhalt ist von außergewöhnlichem Interesse für Amateurfunk.

Übertragungsleistung
Alle Uplink-Übertragungen sollten die minimal mögliche Leistung verwenden. Keine Übertragung sollte ein Downlink-Signal mit einer höheren Leistungsdichte als der Beacon haben – der webbasierte Spektrum-Monitor ermöglicht es Benutzern, ihre Uplink-Leistung einzustellen, um dies zu erreichen.

Übertragungsmodi
Die Übertragung sollte nach Möglichkeit mit DVB-S2 erfolgen. Für normale Standard Definition-Übertragungen ist 2 MS die maximale zu verwendende Symbolrate.

Um eine einfache Dekodierung zu ermöglichen, sollten PIDs wie folgt eingestellt werden: Video 256, Audio 257, PMT 32 oder 4095, PCR 256 oder 258. Der Dienstname sollte auf CallSign eingestellt sein. PMT PIDs 4000 – 4010 sollten nicht verwendet werden. Benutzer sollten mit DVB-S2-Modi höherer Ordnung bei niedrigeren Symbolraten (z. B. 333 KS 32APSK) experimentieren, um Bandbreite für andere Benutzer zu sparen.

Mittwochs (UTC-Zeit) sollten Experimentatoren andere Modi ausprobieren – vielleicht 6 MS, die den gesamten Transponder für kurze Zeit (weniger als 10 Minuten) verwenden. Es ist wichtig, dass Benutzer ihre Pläne auf der Chatroom-Seite ankündigen und diese stets überwachen.

Leuchtfeuer
Das Beacon ist zunächst rund um die Uhr in Betrieb. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass mit zunehmender Aktivität der Benutzer diese stündlich auf einen kürzeren Zeitraum reduziert wird.

Ursprünglicher Bandplan
1. Der Wartungs-Uplink wird nur gelegentlich verwendet. Die Benutzer werden jedoch gebeten, ihm bei der Benachrichtigung absolute Priorität einzuräumen.

2. DVB-S2-Benutzer werden gebeten, die steilste Absenkung zu verwenden, mit der ihre Geräte die Möglichkeit von Nachbarkanalstörungen verringern können.

3. Die empfohlenen Spotfrequenzen für verschiedene Verwendungen und Symbolraten sind unten aufgeführt

Role Symbol Rate Uplink Freq Downlink Freq Designator Notes
Beacon Wide 2MS 2403.0 10492.5 2MS1 Initial Beacon Mode
Beacon Narrow 1MS 2402.25 10491.75 1MS1 Possible future beacon mode
Simplex 2MS 2403.0 10492.5 2MS1 Only available outside beacon hours
Simplex 2MS 2406.0 10495.5 2MS2
Simplex 1MS 2402.25 10491.75 1MS1 Only available outside beacon hours
Simplex 1MS 2403.75 10493.25 1MS2 Only available outside beacon hours or when beacon is in narrow mode
Simplex 1MS 2405.25 10494.75 1MS3 Only available if 2MS2 not in use
Simplex 1MS 2406.75 10496.25 1MS4 Only available if 2MS2 not in use
Simplex 333KS 2407.75 10497.25 333KS1
Simplex 333KS 2408.25 10497.75 333KS2
Simplex 333KS 2408.75 10498.25 333KS3
Simplex 333KS 2409.25 10498.75 333KS4
Simplex 125KS 2407.625 10497.125 125KS1 Only available if 333KS1 not in use
Simplex 125KS 2407.875 10497.375 125KS2 Only available if 333KS1 not in use
Simplex 125KS 2408.125 10497.625 125KS3 Only available if 333KS2 not in use
Simplex 125KS 2408.375 10497.875 125KS4 Only available if 333KS2 not in use
Simplex 125KS 2408.625 10498.125 125KS5 Only available if 333KS3 not in use
Simplex 125KS 2408.875 10498.375 125KS6 Only available if 333KS3 not in use
Simplex 125KS 2409.125 10498.625 125KS7 Only available if 333KS4 not in use
Simplex 125KS 2409.375 10498.875 125KS8 Only available if 333KS4 not in use

 

4. Uplink 2401.5 – 2409.5 RHCP, Downlink 10491 – 10499 Horizontal.

Es’hail-2 – Der erste geostationäre Amateurfunk Satellit

Der erste russische Satellit Sputnik den jeder beim tiefen Überflug auf dem UKW Radio hören konnte war eine Sensation. Es  ist seit dem viel Zeit vergangen. Und seit her werden immer wieder Amateurfunksatelliten in eine Umlaufbahn geschickt. Es sind Relaistationen die  einen bestimmten Frequenzbereich in einen anderen Frequenzbereich verstärkt wieder aussenden. Diese Methode ist schon lange vorher auf der Erde getestet worden. Bei tieffliegenden Satelliten braucht man eine Antenne die automatisch nachgeführt wird. Die komplette Umlaufzeit ist je nach Höhe ca 90 Min. Davon gab es eine Menge und die Chinesen haben gerade wieder einen Amateurfunksatelliten hoch geschossen.

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch daran: AMSAT-OSCAR 40 wurde am 16.11.2000 um 0107 UTC mit einer ARIANE 5 von Kourou gestartet. Seine Bake konnte zu Beginn der Mission auf dem 2 m Band mit ganz einfachem Empfangsgerät gehört werden. OSCAR 40 hatte eine Höhe von 47.000 km und konnte täglich bis zu acht Stunden empfangen werden.

Die deutschen sind mit Amsat Oscar 40 einen anderen Weg gegangen. Dieser Satellit hatte eine sehr starke elliptische Laufbahn. Er raste um die Erde und würde über Europa weit ins All geschleudert. Er war dann über mehre Stunden  in ganz Europa zu nutzen. Dann stürzte er zu Erde seitlich vorbei und beschleunigte so stark das er wieder weit über Europa ins All geschleudert wurde. Damals träumte man noch von einen Geostationären Satelliten. Er steht für uns am Boden fest am Himmel.

Dann war es so weit

Es’hail-2 hat eine geostationären Bahn bekommen. Er hat einen festen Platz am Himmel über uns, wie ein TV Satellit und ist immer hörbar. Über ihn sind in Zukunft auf einem 250 kHz breitem Transponder CW, SSB und schmalbandige Datenverbindungen möglich. Ein weitere Transponder dient zur Übertragung von digitalem Amateurfunkfernsehen. Wir senden dann auf 2.400 Mhz und  empfangen auf 10.490 MHz.

36.000 km hoch fliegt er. Und 14.660 Km/h schnell. In 24 Stunden rund um die Erde. Die dreht sich mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit. Und so kommt es, dass der Satellit Es’hail-2 (P4-A) von der Erde aus gesehen am Himmel scheinbar stillsteht. So wie unser TV-Satellit Astra. Geostationär nennt man die Umlaufbahn. Wer mit ihm funken will, braucht weder Auf- noch Untergangszeit zu wissen und muss auch nicht mit Frequenz-Sprüngen durch Dopplereffekte zu rechnen.Es’hail-2 (P4-A) steht still am Himmel. Wir können unsere Antenne fest ausrichten. Wie beim Satelliten-Fernsehen. Ein LNB reicht erstmal zum Empfang und eine Schüssel. So groß wie im Bild braucht sie wirklich nicht zu sein. Ein kleiner Spiegel genügt.

Die Reichweite kann man hier erkennen:

 

Dank einiger Funkamateure und der gekonnte Umgang mit der Technik kann man aus dem Internet diesen Satelliten hören

https://eshail.batc.org.uk/nb/

Ein großer Tag der erste geostationäre Satellit der Funkamateure ist gestartet

 

P4-A NB Transponder Bandplan and Operating Guidelines

P4-A NB Transponder Bandplan and Operating Guidelines

Dieses Dokument dient als Richtlinie für den ersten AMSAT P4-A-Transponder auf Qatar-OSCAR 100 (Es’hail-2), dem ersten geostationären Amateurfunk-Transponder. Auf diese Weise können potenzielle Benutzer über die Pläne und Betriebsverfahren informiert werden, die angenommen werden sollten. Dieses Dokument wird möglicherweise regelmäßig aktualisiert, um den Betriebserfahrungen Rechnung zu tragen.

 

Die Grafik zeigt die beiden Transponder, ihre Passbänder sowie die Polarisation in Aufwärts- und Abwärtsrichtung. Beachten Sie, dass diese Transponder im Gegensatz zu den linearen Transpondern der meisten anderen Amateursatelliten nicht invertieren.

Die beiden Amateur-Band-Transponder auf Es’hail-2 sind eine gehostete Nutzlast, die von der Qatar Satellite Company – Es’hailSat und der Qatar Amateur Radio Society (QARS) in Zusammenarbeit mit AMSAT-DL bereitgestellt wird. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Betreiber diese Einrichtung respektieren und jegliche Aktivitäten unterlassen, die Straftaten hervorrufen könnten oder außerhalb der Bestimmungen ihrer Amateurfunklizenz liegen.

Es’hail-2 / P4-A-Narrowband-Transponder-Betriebsrichtlinien und -Bandplan

Der Schmalbandtransponder ist für herkömmliche analoge und schmalbandige digitale Signale vorgesehen.

Es dürfen keine Übertragungen über die Nennkanten der Transponder-Durchlassbänder erfolgen. Insbesondere sollte keine Bedienung unterhalb der unteren und oberhalb der oberen Bake erfolgen.

Keine Uplinks sollten zu Downlink-Signalen führen, die stärker sind als diese Beacons. Falls solche Signale erkannt werden, werden sie mit einer „LEILA“ -Sirene gekennzeichnet. Wenn sie mit „LEILA“ gekennzeichnet sind, sollten Betreiber ihre Uplink-Leistung (ERP) sofort reduzieren.

Es sollten keine FM-Übertragungen an Es’hail-2 erfolgen, da diese eine übermäßige Leistung und Bandbreite beanspruchen würden.

Uplink [MHz] Downlink [MHz] available Bandwith [kHz] Notes
10489,550 – 10489,555 do not transmit Lower Beacon, 400 Bit/s BPSK or CW
2400,055 – 2400,100 10489,555 – 10489,600 45 CW Only
2400,100 – 2400,120 10489,600 – 10489,620 20 narrowband digimodes (500 Hz max. BW)
2400,120 – 2400,140 10489,620 – 10489,640 20 digimodes (2700 Hz max. BW)
2400,140 – 2400,190 10489,640 – 10489,690 50 mixed modes  (2700 Hz max. BW)
2400,190 – 2400,295 10489,690 – 10489,795 105 SSB only
10489,795 – 10489,800 do not transmit Upper Beacon, 400 Bit/s BPSK or CW

NASA-TV sendet US-Frachtschiff am 3.Juni zur Erde

Ein SpaceX Dragon-Raumschiff, das mit mehr als 400 kg wertvoller wissenschaftlicher Experimente und anderer Fracht gefüllt ist, soll am Montag, dem 3. Juni, von der Internationalen Raumstation auf die Erde zurückkehren.
NASA Television und die Website der Agentur werden ab 11:45 Uhr EDT live über die Veröffentlichung berichten.


KG5FYI, der Roboterarm Canadarm2, der vom Astronauten David Saint-Jacques kommandiert wird, greift nach dem Frachtschiff SpaceX Dragon, das sich 10 Meter von der Internationalen Raumstation entfernt befindet. Der Astronaut Nick Hague, KG5TMV, sicherte Saint-Jacques und überwachte Systeme. 

Gegen Mittag werden die Flugcontroller bei der Missionskontrolle in Houston Fernbefehle an den Canadarm2-Roboterarm der Station senden, um Dragon vom erdzugewandten Anschluss des Harmony-Moduls zu trennen. Expedition 59 Der Flugingenieur David Saint-Jacques, KG5FYI der Canadian Space Agency, wird den Betrieb sichern und die Systeme von Dragon überwachen, wenn diese das Orbitallabor verlassen.

Nachdem Dragon seine Triebwerke abgefeuert hat, um sich sicher von der Station zu entfernen, führt er gegen 16:56 Uhr eine Deorbit-Verbrennung durch um die Umlaufbahn zu verlassen. Die Landung ist um 2:55 Uhr morgens mit einem Fallschirm im Pazifischen Ozean, 202 Meilen südwestlich von Long Beach, Kalifornien. Es wird keine Live-Berichterstattung über Deorbit Burns oder Splashdown geben.

Dragon startete am 4. Mai mit der SpaceX Falcon 9-Rakete vom Space Launch Complex 40 in der Cape Canaveral Air Force Station in Florida und erreichte die Station zwei Tage später.

Einige der wissenschaftlichen Untersuchungen, die Dragon zur Erde zurückbringen wird, umfassen:

Beobachtung des Proteinkristallwachstums
Das Biophysics-6-Experiment der NASA untersucht das Wachstum von zwei Proteinen, die für die Krebsbehandlung und den Strahlenschutz von Interesse sind. Wissenschaftler verwenden bodenbasierte Vorhersagen und Röntgenkristallographie im Weltraum, um zu bestimmen, welche Proteine ​​von der Kristallisation in der Mikrogravitation profitieren, wobei einige Proteine ​​größer und mit weniger Unvollkommenheiten wachsen können.

Mikroalgenbiosynthese in der Schwerelosigkeit
Mikroalgenbiosynthese in der Schwerelosigkeit (MicroAlgae) untersucht die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Haematococcus pluvialis, eine Alge, die ein starkes Antioxidans, Astaxanthin, produzieren kann. Es könnte ein leicht verfügbares Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung stellen, um die Gesundheit der Astronauten bei Langzeit-Weltraum-Erkundungsmissionen zu fördern. Ein Community College-Student und Absolvent des NASA Community College Aerospace Scholars (NCAS) -Programms schlug die Studie vor. NCAS beauftragt Community Colleges in den USA mit der Durchführung von Bodenstudien zum Vergleich mit Untersuchungen im Orbit.

Gene im Weltraum
Am 23. Mai bearbeiteten Astronauten an Bord der Raumstation erfolgreich die DNA mit der CRISPR / Cas9-Technologie zum ersten Mal im Weltraum und arbeiteten an der Untersuchung von Genes in Space 6. Dieser Meilenstein erweitert das Verständnis der Funktionsweise von DNA-Reparaturmechanismen im Weltraum und unterstützt bessere Schutzmaßnahmen, um Weltraumforscher vor DNA-Schäden zu schützen. Genetische Schäden, die durch kosmische Strahlung verursacht werden, stellen ein ernstes Risiko für Raumfahrer dar, insbesondere bei Langzeitmissionen zum Mond und zum Mars. CRISPR / Cas9 ergänzt nun ein wachsendes Portfolio molekularbiologischer Techniken, die im ISS National Lab verfügbar sind.

Dies sind nur einige der Hunderte von Untersuchungen, die darauf abzielen, Astronauten während der Raumfahrt gesund zu halten und Technologien für die zukünftige Erforschung von Menschen und Robotern jenseits der Erdumlaufbahn zu demonstrieren, einschließlich Missionen zum Mond bis 2024 und weiter zum Mars. Die Weltraumstationsforschung bietet auch anderen US-Regierungsbehörden, der Privatindustrie sowie akademischen und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, Schwerelosigkeitsforschung zu betreiben, die zu neuen Technologien, medizinischen Behandlungen und Produkten führt, die das Leben auf der Erde verbessern.

Seit mehr als 18 Jahren leben und arbeiten Menschen ununterbrochen an Bord der Internationalen Raumstation, treiben wissenschaftliche Erkenntnisse voran und demonstrieren neue Technologien. Damit sind auf der Erde keine Forschungsdurchbrüche möglich, die eine langfristige Erforschung des Weltraums durch Menschen und Roboter ermöglichen. Weltweit haben mehr als 230 Menschen aus 18 Ländern das einzigartige Mikrogravitationslabor besucht, in dem mehr als 2.500 Forschungsuntersuchungen von Forschern aus 106 Ländern durchgeführt wurden.

Sie erhalte aktuelle Nachrichten, Bilder und Funktionen vom Sender in den sozialen Medien unter:
https://instagram.com/iss
und
https://www.twitter.com/ISS_Research
und
https://www.twitter.com/Space_Station

SOFTWARE DVB-S DEMODULATOR

Hallo, im letzten Jahr habe ich einen DVB-S-Receiver in Software entwickelt, um mehr über Signalverarbeitung und Multithreading / SIMD-Optimierung zu erfahren. Diese Software soll der Ausgangspunkt für das Experimentieren und Implementieren meines eigenen DVB-S-Empfängers auf einem FPGA-Board sein. Es wurde hauptsächlich für den persönlichen Gebrauch geschrieben, ist also nicht sehr benutzerfreundlich. Vielleicht ist dies auch für Sie interessant, da hier viele Leute mit SDR-Boards sind. Ich hoffe, dass Sie Feedback geben und konstruktive Kritik üben können laufen nur auf recht modernen CPUs mit SIMD-Befehlssätzen und AVX-Unterstützung. Sollte Intel Haswell und höher sein. Es sind einige Screenshots als Referenz beigefügt, wie die MPEG-TS-Ausgabe aussehen sollte. Localhost, UDP an Port 8888. Getestet mit RTL-SDR und hackrf. LimeSDR ist nicht getestet, vielleicht funktioniert es, vielleicht auch nicht. DVB-S2 wird gerade getestet, aber momentan wird nur DVB-S1 unterstützt.

Current Version: 2.0.10

Download Link: http://v.1337team.tk/dvb-s_gui_amsat.zip

Kurzanleitung: – Zentrieren Sie den DVB-S-Transponder so, dass er sich in der Mitte des FFT-Diagramms befindet. Die Verwendung des Kontrollkästchens ‚Show FFT after Matched Filtering‘ hilft.- Spielen Sie mit den Timing Recovery Loop Gain- und Damping-Schiebereglern, bis Sie einen Kreis im IQ-Diagramm sehen und die entsprechenden Basisband-Gain-Einstellungen ohne Übersteuerung vornehmen können.- Aktivieren Sie die Trägerwiederherstellung (grob, fine ist momentan nicht verwendbar) und spiele mit der Loop Gain / Dämpfung. Höhere Verstärkung für das Sperren, bis Sie eine derotierte QPSK-Konstellation sehen können. Eine niedrigere Verstärkung mit verringerter Dämpfung funktioniert am besten. Drehen Sie die Konstellation und überspringen Sie die Symbole, bis Sie sehen, dass der Synchronisationszähler aufsteigt. Vergessen Sie nicht, vorher die richtige FEC-Rate zu wählen.

Youtube Vids:

(DVB-S1)

(DVB-S2)Marcel

Bilder

ARPS über ISS

Seit dem 16.10.2016 konnte man nur noch auf 70cm über die ISS arbeiten. Der Grund war ein defekt an der Funkanlage. Ich habe nun also 6 Monate kein QSO mehr über die ISS geführt. Letzte Woche war auf verschiedenen Seiten zu lesen, dass 2m APRS auf 145.825 MHz wieder funktioniert. Das musste ich natürlich direkt ausprobieren. Nach der Zwangspause musste ich gestern aber ziemlich lange fummeln, bis es wieder auf dem PC lief. Ich habe die Schritte daher dokumentiert. Nicht nur für euch, sondern auch für mich als Anleitung, falls ich aus irgendeinem Grund wieder eine längere Pause einlegen muss. Einige verwenden ja APRSdroid. Eine ganz nette Spielerei wenn es um die ISS geht, aber ich bevozuge den PC, gerade wenn man schnell die Nachrichten umschalten muss, um einen Report zu senden. Ich verwende meinen Yaesu FT-817 und ein ganz simples Interface zur Soundkarte. Ein – und Ausgang ist galvanisch getrennt und PTT wird via 6 poligen Datenstecker und COM-Port am PC getriggert. Cat-Interface ist nicht nötig.

Anleitung UISS und Direwolf für APRS via ISS

Ladet euch einfach UISS von ON6MU in der aktuellsten Version runter und installiert es.

So sieht UISS nach dem Start aus. Man kann aber so noch nichts decodieren:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 01

Man muss zuerst in die Einstellungen gehen:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 02

Hier stellt man den seriellen Port ein, über welchen das Funkgerät die PTT triggert. Bei mir ist es Port 1 und oben wählt man AGW über TCPIP. AGW ist ein Standard Protokoll für APRS und TCPIP bedeutet vereinfacht gesagt, dass wir das Signal von extern anliefern:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 03

In den Einstellungen gehen wir unten noch auf „LAN“ und aktivieren LAN Mode und lassen AGW auf Port 8000. Der TX Port ist der, den wir oben auf 1 gesetzt haben. Das kann bei euch natürlich variieren:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 04

Jetzt brauchen wir eine Software, welche unsere Soundkarte auf AGW Port 8000 legt. Ich nutze dafür schon länger (auch am Raspberry Pi) Direwolf. Da es supergut decodiert, ist es die Software meiner Wahl. Nach der Installation muss man die Datei „direwolf.conf“ ein wenig anpassen. # bedeutet dass die Werte übersprungen werden. Immer wenn man etwas aktivieren will, muss man das # am Zeilenbeginn entfernen.

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 05

An dieser Stelle muss man nur schauen, dass der AGW-Port, wie im UISS, auf 8000 steht:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 06

Hier stellt man ein, welche Ein- und Ausgänge der Soundkarte verwendet werden. Unten steht bei mir ADEVICE 0 1. Dazu kommen wir gleich:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 07

 
Hier gibt man sein Rufzeichen an:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 08

Hier musste ein # entfernt werden und der Comport wurde auf 1 gestellt:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 09

Jetzt starten wir Direwolf.exe. Hier sieht man ADEVICE 0 und 1. Um andere Werte auszuwählen, muss in der Config ADEVICE 0 1 angepasst werden.

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 10

Am besten testet man nicht mit der ISS auf 145.825 MHz, sondern erst mal mit dem normalen APRS auf 144.800 MHz. Wenn alles eingestellt ist, wartet Direwolf auf Pakete um diese an Port 8000 zu leiten. Unten im Kasten seht ihr normale APRS-Pakete:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 11

Wenn der Empfang funktioniert, kann man das Senden testen. Dazu geht man nun in UISS und sendet einfach mal ein paar Nachrichten ab. Im direwolf Fenster sieht man die Pakete in rosa. Es funktioniert also alles wie es soll:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 12

Jetzt habe ich am TRX auf die ISS geschaltet und CQ gerufen. Hier antwortet Martin, DK3ML:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 13

So sieht das dann im Direwolf in den Rohdaten aus:

ISS APRS Packet Radio UISS Anleitung 14

Amateurfunk auf der ISS.

Amateurfunk auf der Internationalen Raumstation ISS.

 
Internationale Raumstation ISS.

Internationale Raumstation ISS. 

Die Internationale Raumstation ISS fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa 28.000 Km/H in einer Höhe von ca 350 Km um die Erde, für einen Umlauf braucht die ISS etwa 91 Minuten. Je nach dem welchen Bereich der Erde die ISS gerade überfliegt sind verschiedene Amateurfunkanwendungen aktiv. In der IARU Region 1 (Europa) sind folgende Up und Downlink Frequenzen zeitweise aktiv:

 

Uplink Sprache 145.200 Mhz
Downlink Sprache und Packet Radio 145.800 Mhz
Up/Downlink Packet Radio/APRS 145.825 Mhz
Crossbandrepeater Uplink 437.800 Mhz
Crossbandrepeater Downlink 145.800 Mhz
Kommando Frequenz (Kein Amateurfunk) 143.625 Mhz

 

Die Rufzeichen der ISS sind DP0ISS, RZ3DZR, NA1SS, OR4ISS, für APRS RS0ISS-11 und für Packet Radio RS0ISS-3. Die Frequenz 143.625 Mhz kann zur Beobachtung genutzt werden um die Hörbarkeit der ISS zu testen, dieses ist allerdings keine Amateurfunkfrequenz, daher ist dort kein Sendebetrieb gestattet.
 

Gelegentlich finden Amateurfunkaktivitäten an Schulen statt wobei Schüler unter der Aufsicht von Funkamateuren mit einem Ausbildungsrufzeichen Funkkontakt zu der Raumstation ISS aufnehmen. In der Regel werden solche Aktivitäten in den Medien rechtzeitig angekündigt. Eine sehr gute Informationsseite zum Amateurfunkbetrieb von der ISS gibt es hier.

Grandiose Bilder vom Jupiter

Grandiose NASA-Bilder – Atemberaubende Zeitraffer-Aufnahmen der NASA-Sonde JUNO zeigen den Sturzflug der Raumsonde vorbei an Jupiter. Der Blick auf die bizarren Wolkenmuster rund um den Nordpol des Riesenplaneten ist mit passend surrealistischer Musik unterlegt. Quellen: NASA / SwRI / MSSS / Gerald Eichstädt / Seán Doran

Der erfolgreiche Start – Landung der Booster – Ein Auto fliegt im ALL

Diese Nachricht werden vermutlich alle mitbekommen haben: Am 6. Februar 2018 hat Space X das erste Mal eine Falcon Heavy Rakete gestartet. Sie kann 63.800 Kilogramm Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern und ist damit derzeit die stärkste Trägerrakete der Welt (allerdings nicht die stärkste Trägerrakete aller Zeiten). Der Start verlief weitestgehend erfolgreich; die Nutzlast wurde ins All befördert, die beiden Booster der Rakete sind sicher wieder auf der Erde in Cape Canaveral gelandet – nur die Erststufe, die ebenfalls wieder sicher gelandet und recycelt hätte werden sollen, hat eine Bruchlandung im Meer hingelegt.
Der Start vor ein paar Tagen war ein erster Test. Es ging darum, zu zeigen, dass die Rakete wirklich funktioniert. Und natürlich muss man dabei irgendwas ins All schicken. Aber muss das gerade ein Tesla Roadster sein? Es ist klar, warum Elon Musk das getan hat. Es handelt sich dabei um wirklich großartige PR für sich und seine Firmen. Gestern und heute habe ich Bilder des Autos im All auf Facebook, bei Twitter, in den Online-Zeitungen im Internet, im Fernsehen und überall sonst gesehen, wo man solche Sachen gehen kann. Das Internet und der Rest der Medien waren voll mit dem Auto und die Leute begeistert. Immerhin hat man ja nicht nur einfach ein Auto ins All geschickt. Sondern auch noch einen Dummy-Fahrer (natürlich ein “Starman” und keine “Starwomen”) hineingesetzt, “Don’t Panic” aufs Armaturenbrett geschrieben und Life on Mars von David Bowie im Autoradio gespielt (angeblich; im Weltraum hört das ja sowieso niemand). Live-Bilder vom kosmischen Autofahrer gibt es auf YouTube. Man hat also alle Knöpfe gedrückt um die popkulturellen Reflexe der Internet-Generation zu triggern.

Hier kann man nun live das Auto im All fliegen sehen
Verückte Welt

Die Sonne –

Wilde Turbulenzen und gigantische Ausbrüche – der Sonnenforschungssatellit Solar Dynamics Observatory (SDO) filmt die Sonne in einer nie dagewesenen Auflösung und zeigt die extrem dynamischen Prozesse auf der Oberfläche.

Die Sonne bestimmt alles. Unser Leben aber sie löscht uns auch aus . 

Irgendwann in einer langen für uns nicht erfassbaren Zeit wird die Sonne ausgebrannt sein.

Bis dahin wird sehr viel Passieren. Uns gibt es dann schon lange nicht mehr. Vielleicht haben andere Wesen die Herrschaft über die Erde übernommen

Lechs Kosmos

Harald Lesch erklärt Komplexes einfach in seiner Sendung „Leschs Kosmos“ – am 7. Februar wurde die 100. Folge ausgestrahlt.
Professor Harald Lesch, der Physiker fürs Volk, moderiert heute die 100. Folge „Leschs Kosmos“

Er ist der Wissenschaftler, dem die Zuschauer vertrauen: Harald Lesch ist der wohl prominenteste Astrophysiker im deutschen Fernsehen.Der 56-jährige ist auch Naturphilosoph und Wissenschaftsjournalist. Er moderiert seit acht Jahren „Leschs Kosmos“. Verständlich und humorvoll erklärt er wissenschaftliche Phänomene so, dass sie jedes Kind versteht. Er ist Professor für Physik an der LMU. Zudem hat er gerade ein neues Buch veröffentlicht: In „Die Menschheit schafft sich ab“ zeigt er die dramatischen Folgen des menschlichen Wirkens auf den Planeten. Die AZ hat ihn im Deutschen Museum getroffen.
AZ: Herr Lesch, in der 100. Folge von „Leschs Kosmos“ geht es um die Gefahren von Zucker und die daraus resultierenden Volkskrankheiten. Ist das der Auftakt zu einer „So-zerstört-sich-die-Menschheit-selbst“-Reihe?
HARALD LESCH: Ich glaube nicht, dass die Leute sich selber zerstören wollen. Sie reagieren auf die ganz natürlichen Vorgänge in ihnen, die sich scheinbar positiv abspielen: „Es geht mir gut damit, ich will das haben“ – und die Ernährungsindustrie nutzt das aus. In der Sendung zeigen wir Manipulationen auf, um uns den Zucker schmackhaft zu machen. Aber auch Entwicklungen oder Mythen, wie diese Smoothies mit ihrem riesigen Fruchtzuckergehalt: Die Leute gießen sich das rein, weil sie keine Zeit haben, mal einen Apfel oder eine Banane zu essen. Dabei ist das ja praktisch Astronautennahrung. Das ist natürlich völlig ungesund, und unsere Organe sind darauf überhaupt nicht eingestellt. Das führt dann häufig zur Krankheit. Die Sendung ist aber kein Auftakt zu einer „Die Menschheit zerstört sich“-Serie.
Um die Zerstörung der Menschheit – und der Welt, auf der sie lebt – geht es dafür in „Die Menschheit schafft sich ab“: Rohstoffausbeutung, Bevölkerungsexplosion, Klimaerwärmung. Wie würden Sie einem Kind erklären, dass die Welt nicht mehr zu retten ist?
Das würde ich ihm natürlich nicht erklären. Ich würde sagen: „Wir warten auf dich! Du bist ein Tropfen Hoffnung. So wie die Welt jetzt ist, sollte sie nicht bleiben. Und wir müssen gucken, dass wir es ein bisschen besser machen.“ Ich würde ihm erklären, dass wir Gäste des Lebens sind und dass jeder Gast sich bemühen sollte, die Zimmer, die er benutzt hat, sauberer zurückzulassen, als er sie vorgefunden hat. Und ich würde ihm natürlich erklären, was man da machen kann.
Nämlich?
Dass man einen großen Gewinn daran haben kann, mit Menschen zusammen zu sein, und nicht irgendwelche Dinge haben muss. Dass Menschsein so viel mehr ist als einfach nur erfolgreich sein zu müssen, stark sein zu müssen. Und dass es bedeutet, dass man viele Dinge tun kann, die sonst niemand auf unserem Planeten tun kann – auch Scheiße bauen. Das Buch handelt nämlich auch davon, dass wir Fehler, die wir erkannt haben, noch maßloser machen als vorher.

Um sein eigenes Überleben ist der Mensch ja sehr besorgt – andererseits zerstört er die Umwelt, die ihm dieses Überleben erst ermöglicht. Warum?
Weil er nicht über seinen eigenen Horizont hinaus blickt. Ich habe Führerschein gemacht im Jahr 1978, da gab es Autos, die hatten 45 PS. Gehen Sie heute mal irgendwo hin und versuchen Sie, ein Auto zu kaufen, das noch 45 PS hat – die lachen Sie aus. „Wollen Sie stehen oder fahren?“, heißt es dann. Als ich nach München kam, habe ich gedacht, hier gibt es wahnsinnig viele Förster, weil ich nicht verstehen konnte, weshalb alle diese riesigen allradgetriebenen Schlitten fahren. Es ist sehr viel Egomanismus drin. Wenn wir nach wie vor immer stärker auf diese Kombination gehen: Me, myself and I, wenn das alles ist – dann war’s das.
Die Problematiken, die Sie im Buch beschreiben, sind nicht neu. Es gab die Umweltstudie „Global 2000“ von 1977, „Die Grenzen des Wachstums“ 1972. Im ersten Moment waren viele geschockt, doch es wurde wenig gegengesteuert.
Es wurde schon gegengesteuert. Zugleich wurde bei der Zerstörung aber noch viel schneller gearbeitet. Wir kommen mit der Reparatur gar nicht so schnell nach, wie zerstört wird. Wir sind auf einem guten Weg, gerade Europa könnte fast beispielhaft sein: der Ausbau von erneuerbaren Energien etwa. Noch vor einigen Jahren sagten manche: Nie im Leben! 30 Prozent durch Wind, wie soll das funktionieren? Heute ist es überhaupt kein Problem. Nur: Auf der anderen Seite haben sich die Investitionen zum Beispiel in Kohlekraftwerke weltweit nicht reduziert. Die Chinesen sind gerade dabei, runter zufahren, weil sie genau sehen, ihre lokalen Umweltschäden sind so dramatisch, dass die Bevölkerung und die Lokalpolitiker richtig Druck kriegen. Und offenbar braucht man diesen Leidensdruck, um diesen ökologischen Weg stärker zu gehen. Wenn wir nicht endlich aufhören, diese fossilen Brennstoffe freizusetzen, dann erhitzen wir den Planeten in einem Ausmaß, dass wir diejenigen sein werden, die am meisten davon betroffen sind.

Wir in Europa werden den Klimawandel am meisten spüren?
Wir werden das Zentrum all derjenigen sein, denen das Wasser bis zum Hals steht oder bei denen nichts mehr zu retten ist. Die werden nach Europa kommen. Bei uns gibt es fruchtbare Böden, eine tolle Infrastruktur, wenig Naturkatastrophen – und wir sind vom Klimawandel am geringsten betroffen. Dann wird das Thema Obergrenze kein Thema mehr sein. Wir müssten also aus ganz eigennützigen Gründen längst etwas getan haben.
Müssen wir die Folgen erst am eigenen Leib spüren?
Die, die sie im Moment am stärksten spüren, können überhaupt nichts dagegen tun. Und diejenigen, die aktiv sein können in ihrer Rolle als Klimaverschmutzer, die merken momentan noch am wenigsten. Die Amerikaner merken eine ganze Menge, die haben Dürreperioden. Obwohl ihr Präsident, dessen Name nicht genannt werden muss, weil er in aller Munde ist – der blonde Lord –, der Meinung ist, das wäre alles nicht so. Was wir überhaupt nicht begreifen: Die Natur lässt nicht mit sich verhandeln. Da kann man keine Deals machen, so wie der blonde Lord das gerne machen möchte. Mit der Natur macht man keine Deals.
Wachen Sie trotzdem jeden Morgen optimistisch auf?
Ja, klar. Es gibt eine ganze Reihe von wirklich beispielhaften Großprojekten. Auf der positiven Seite geschieht viel – aber auf der negativen Seite passiert leider Gottes viel mehr. Es wird nicht daran gedacht, dass durch erneuerbare Energien ein Land strategisch unabhängiger wird. Wovon lebt etwa Russland? Von dem Export von Rohstoffen. Jetzt stelle man sich vor, Europa würde weitestgehend mit erneuerbaren Energien versorgt. Und die Russen könnten uns ihr Gas nicht mehr verkaufen. Das wäre ein echtes Problem. Man stelle sich eine Science-Fiction-Welt vor, wo sich die Bundesrepublik Deutschland in den 50er Jahren entschlossen hätte: Die anderen bauen alle Kernkraftwerke, wir bauen Wind. Wir hätten das alles machen können. Und das macht mich wahnsinnig. Die Dinge liegen auf dem Tisch, man braucht dafür kein Physikstudium.
Und warum tun wir sie nicht?
Weil man dann sieht, was der wirkliche Elefant in der Küche ist. Nämlich ökonomische Gründe, die dazu führen, dass wir sagen: Wollen wir nicht, wir wollen weiter Geld verdienen. Ich würde gerne als nächstes ein Buch über die Widersprüche, mit denen wir zu kämpfen haben, schreiben.
Welche Widersprüche?
Nehmen wir mal ein ganz banales Beispiel: Die Flughäfen in Deutschland sind fast alle in den Händen vom Bund und den Ländern und Kommunen. Das heißt, die haben ein erhebliches Interesse daran, dass damit Geld verdient wird. Das heißt, auch Billigfluglinien werden zugelassen. Gleichzeitig unterschreibt die Kanzlerin ein Klimaabkommen. Das ist ja so verzahnt, dass wir eine ganze Zeit mit solchen Widersprüchen leben müssen. Wir wollen erklären, was positiv passiert und was negativ passiert und dass die alten Strukturen eben so lange gewachsen sind. Da müssen wir dran arbeiten.
Als Physiker fürs Volk können Sie diese komplexen Dinge einfach erklären. Gibt es etwas, das Sie sich selbst oder anderen nicht erklären können?
Ich habe sicher große Probleme damit, die genauen Details der Elektronik zu erklären, die um uns herum ist und unseren Alltag beeinflusst. Ob es nun das Smartphone ist oder Computer. Ich kann mir nicht erklären, wie es dazu kommen konnte, dass selbst die Spezialisten nicht mehr genau erklären können, wie diese Technologie funktioniert. Man kriegt gesagt: Das machen Maschinen. Maschinen bauen Maschinen, die wiederum Maschinen bauen. Das ist aber gefährlich. Das wird auch mein zukünftiges Tätigkeitsfeld sein: Digitalelektronik und die Einflüsse von Robotern in unserer Arbeitswelt, die Digitalisierung, die Automatisierung. Das ist etwas, wovon ich noch nicht genug verstehe und wovon ich in Zukunft mehr machen werde.